Blutige Tradition
Gläubige Filipinos lassen sich am Karfreitag kreuzigen
Ausland
02.04.2010 09:24
Im Gedenken an das Leiden Jesu haben sich auf den Philippinen am Karfreitag etwa 20 Männer und auch eine Frau zu einer freiwilligen Kreuzigung gemeldet. Mehrere tausend Schaulustige waren schon am frühen Morgen auf dem Weg in die Provinzen Pampanga und Bulacan im Norden des Landes.
Das Ritual hat auf den überwiegend katholischen Philippinen Tradition. Die katholische Kirche ist dagegen, unternimmt aber wenig, um das blutige Spektakel zu unterbinden. Bei den Kreuzigungen wurden die Freiwilligen tatsächlich mit Nägeln an Holzkreuze genagelt. Die Teilnehmer bezeichnen dies als Sühne-Akt.
"Opfer für die Menschheit"
"Immer mehr Filipinos leiden wegen der Wirtschaftskrise", sagte der Bauarbeiter Rolando Bautista (39), der sich in San Juan der schmerzhaften Prozedur unterzog. "Die Kriminalität steigt und viele Menschen verlieren die Ehrfurcht vor Gott. Ich hoffe, dass mein Opfer der Menschheit hilft." Der Vater von fünf Kindern hat sich schon mehrfach kreuzigen lassen.
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