So, 26. Mai 2019
08.05.2019 15:41

In Höhe von 1000 Euro

Flüchtling wurde von Stadt Wien Kaution geschenkt

Jetzt wird eine Form der sozialen Unterstützung bekannt, die den meisten wohl nicht geläufig war. Die Stadt Wien verschenkt großzügig Kautionen für Wohnungen - wie etwa im Fall eines Asylberechtigten: Nach dem Auszug wollte der Vermieter der MA 40 die 1000 Euro zurücküberweisen. Aber die will sie nicht.

Der Asylberechtigte bezog im November 2015 eine Wohnung, vor allem dank der tatkräftigen Unterstützung der Stadt Wien - mit der Förderung „Hilfe in besonderen Lebenslagen“ wurde die Kaution für den Mann in der Höhe von 1000 Euro übernommen und an den Vermieter überwiesen.

Vermieter will Kaution zurücküberweisen, Stadt lehnt ab
Mehr als drei Jahre später zog der Flüchtling nun aus. Die Überraschung: Der Vermieter will der Stadt die 1000 Euro Kaution zurücküberweisen, aber die lehnt dankend ab: Die Kaution sei dem Asylberechtigten zu überreichen.

Warum? Die Antwort aus dem Büro von Sozialstadtrat Peter Hacker (SPÖ): „Der Fokus dieser einmaligen Förderung für Menschen in Notlagen liegt auf einer möglichst nachhaltigen Problemlösung - etwa der dringenden Sicherung von Wohnbedarf zur Vermeidung von Obdachlosigkeit.“ Zum Teil bestimmt gerechtfertigt. Bloß: Bei der Kautionsschenkung Jahre später wird der Bedarf kein weiteres Mal überprüft.

Hilfe in besonderen Lagen im Vorjahr 212 Mal vergeben
Ob der Asylberechtigte aktuell einer Arbeit nachgeht oder im Lotto gewonnen hat: Der Stadt ist es egal. Hilfen in besonderen Lebenslagen wurden im vergangenen Jahr übrigens 212 Mal vergeben - von der Übernahme der Maklergebühr bis zur Kaution.

„Diese großzügigen Geldgeschenke sind einmal mehr ein Sittenbild für die fehlgeleitete Sozialpolitik“, kritisiert der Landesparteiobmann der Wiener Freiheitlichen und FPÖ-Klubobmann im Nationalrat, Johann Gudenus.

Michael Pommer, Kronen Zeitung

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