07.05.2019 09:00 |

Nachbarin schlug Alarm

Innsbrucker nach vier Tagen aus Wohnung gerettet

Vier Tage und drei Nächte verbrachte ein 77-jähriger Innsbrucker auf dem Küchenboden. Wegen starker Schmerzen konnte er sich nicht bewegen. Als seine Nachbarin mehrere Male klopfte und klingelte, konnte er nicht laut genug um Hilfe rufen. Doch sie reagierte trotzdem richtig, kontaktierte noch am selben Tag den Hausmeister und rettete dem Mann so das Leben.

„Als Nachbar schaut man halt nach“, meint die Frau fast beiläufig. Als hätte sie durch ihr entschiedenes Handeln nicht einem 77-Jährigen das Leben gerettet. Die sich stapelnden Zeitungen und hängen gebliebene Wäsche weckten in ihr einen besorgniserregenden Verdacht. „Er ist mir einfach abgegangen“, erklärt die Anrainerin aus Saggen der „Krone“ bescheiden. Nach vermehrtem erfolglosen Klopfen und Anläuten kontaktierte sie am Freitag den Hausmeister, Raimund Weiss. „Man hat schon Geräusche wahrgenommen, konnte sie aber nicht wirklich zuordnen“, schildert er. Kommentare anderer Nachbarn gaben außerdem zu bedenken: Der ältere Herr sei etwas eigen und lasse nicht jeden hinein.

Männer hörten ein leises „Ja“
Doch Weiss ließ sich dadurch nicht verunsichern und kontaktierte die Hausverwaltung. Thomas Eliskases befand sich zu diesem Zeitpunkt gerade in der Nähe. „Es hätte uns übers Wochenende keine Ruhe gelassen“, gibt er ehrlich zu. Weiss rief zusätzlich noch gleich einen Schlosser. „Wir haben dann wieder geklopft“, schildert Eliskases den entscheidenden Moment. „Und meinten dann, ein leises ,Ja’ zu vernehmen.“ Das war den dreien zum Glück Grund genug, in die Wohnung einzudringen.

Komplett dehydriert
Unterkühlt, komplett dehydriert und unter starken Schmerzen leidend fanden sie den Wohnungsinhaber am Küchenboden vor. Etwa vier Tage muss er so zugebracht haben. Erstaunlicherweise war er noch ansprechbar. „Wir haben natürlich sofort Erste Hilfe geleistet und die Rettung gerufen“, erklärt Weiss. „Er muss gestolpert sein und konnte wohl nicht mehr aufstehen.“ Die Helfer sorgten dafür, dass der 77-Jährige etwas zu trinken und eine weiche Unterlage bekam. „Er hatte wirklich starke Schmerzen und war auf einer Seite ganz wund gelegen“, schildert Eliskases. „Wir haben mit ihm geredet, bis Johanniter und Notarzt kamen.“

Lob an Lebensretterin
„Gott sei Dank war die Nachbarin so aufmerksam“, meint Weiss erleichtert. „Sonst wäre der Herr heute nicht mehr am Leben.“ Auch der Geschäftsführer der Innsbrucker Immobiliengesellschaft, Franz Danler, spricht ein klares Lob aus: „Die Nachbarin legte ein sehr couragiertes Auftreten an den Tag.“

Mirjana Mihajlovic
Mirjana Mihajlovic
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