Tausende Tote

Drogenkriminalität in Mexiko: USA geben Mitschuld zu

Ausland
24.03.2010 09:51
Die USA haben ihre Mitschuld für die Drogenkriminalität im Nachbarland Mexiko eingeräumt. Bei einem Besuch in Mexiko-Stadt sagte US-Außenministerin Hillary Clinton am Dienstag: "Ja, wir akzeptieren unseren Teil der Verantwortung." Dabei nannte sie zum einen die Nachfrage nach Drogen in den USA und zum anderen die Ausfuhr von Waffen nach Mexiko. Beide Länder wollen nun gemeinsam gegen die Drogenkartelle vorgehen.

Clinton kündigte auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der mexikanischen Außenministerin Patricia Espinosa an, dass die Regierung in Washington schon bald eine neue Strategie für den Kampf gegen den Drogenhandel vorstellen werde. Man ziehe dabei alle verfügbaren Optionen in Betracht. An den Gesprächen Clintons im Nachbarland nahmen auch Verteidigungsminister Robert Gates, Heimatschutzministerin Janet Napolitano und Generalstabschef Mike Mullen teil.

Im Mittelpunkt des Treffens mit der mexikanischen Regierung steht ein millionenschweres Maßnahmenpaket zur Bekämpfung mexikanischer Drogenbanden, die sich seit Jahren einen blutigen Kampf um die lukrativen Schmuggelrouten in die USA liefern. Die USA haben bereits Hubschrauber, Spürhunde und Fahrzeuge mit Röntgentechnik nach Mexiko geschickt.

Grausame Morde in Grenzstadt Ciudad Juarez
Besonderes Augenmerk bei den Gesprächen soll auf der an der Grenze zum US-Bundesstaat Texas liegenden Stadt Ciudad Juarez liegen. Vor gut einer Woche wurden dort eine Mitarbeiterin des US-Konsulats, ihr Ehemann sowie der Mann einer mexikanischen Konsulatsangestellten von mutmaßlichen Bandenmitgliedern erschossen. Unklar ist, ob die Konsulatsmitarbeiter absichtlich erschossen oder sie nur zufällige Opfer des Bandenkriegs wurden.

Die mexikanischen Behörden haben nun 450 Polizisten nach Ciudad Juarez geschickt, um den Kampf gegen die ausufernde Drogenkriminalität zu verstärken. Damit sind jetzt 3.500 Bundespolizisten in der Stadt stationiert. Dort wurden im vergangenen Jahr mehr als 2.600 und seit Beginn dieses Jahres bereits 500 Menschen ermordet. Vielen der Opfer wurden auch die Köpfe abgeschnitten. Die Stadt gilt als die bei weitem gefährlichste der Welt.

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