So, 26. Mai 2019
26.04.2019 07:00

9 Monate teilbedingt

14-Jähriger prügelte am Linzer Bahnhof Security

Eine 13-jährige Zeugin hatte so viel Angst vorm Angeklagten, dass sie aus dem Gerichtssaal lief. Am Donnerstag musste sich in Linz ein 14-jähriger Tschetschene verantworten. Der Amtsbekannte hatte am 22. Jänner am Linzer Bahnhof einen Sicherheitsmann spitalreif geschlagen. Urteil: 3 Monate unbedingt, 6 bedingt.

Tatort: Bahnsteig 21 am Linzer Hauptbahnhof. Am 22. Jänner gegen 20.30 Uhr wurde ein Security-Mitarbeiter (53) der ÖBB auf einen Vorfall am berüchtigten Bahnsteig hingewiesen. Aufgrund einer personellen Notsituation war der Sicherheitsmann auf sich alleine gestellt. Bei der Rolltreppe traf dann das Opfer auf den 14-jährigen Gewalttäter. Es entwickelte sich eine verbale Auseinandersetzung, welche schnell in einer brutalen Schlägerei ausartete.

„20 bis 30 Schläge“
Der schmächtige Junge mit knapp 60 Kilogramm brachte den fast doppelt so schweren Beamten durch gezielte Faustschläge und Tritte ins Gesicht zum Fallen. „Es waren bestimmt 20 bis 30 Schläge“, so das Opfer. Dem nicht genug. Als der blutende Mann am Boden lag, wollte der Tschetschene noch gegen dessen Kopf springen, traf dabei aber nur die Schulter.

„Wie bei einem Elfmeter“
Eine Zeugin beschrieb den Vorfall als „äußerst brutal“ und er habe beim Tritt gegen den Kopf ausgeholt „wie bei einem Elfmeter“. Eine weitere geladene Zeugin hatte vor dem Angeklagten so viel Angst, dass dieser vor ihrer Aussage den Gerichtssaal verlassen musste. Trotzdem gab das 13-jährige Mädchen an, dass es sich an nichts mehr erinnern könne und nichts sagt. Auf Nachfrage des Richters, sprang es auf und stürmte aus dem Saal.

Bereits drei Monate in U-Haft
Der 14-Jährige, der, statt in die Schule zu gehen, seine Zeit lieber am Bahnhof verbrachte, war seit 2016 wegen acht Verfahren aufgrund von Vermögens- und Gewaltdelikten der Polizei einschlägig bekannt. Außerdem haben er und seine Gang am Linzer Bahnhof Hausverbot. Auch war er der „Weihnachtsmann“, der am 23. Dezember aus dem Kamin eines Linzer Wohnhauses gerettet werden musste. Die letzten drei Monate verbrachte der Bursch in U-Haft - dazu bekam er nun 6 Monate bedingte Haft und muss ein Antigewalttraining absolvieren.

Philipp Zimmermann, Kronen Zeitung

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Gegen starke Leipziger
3:0! FC Bayern gewinnt packendes DFB-Cup-Finale
Fußball International
Keine Eigenwerbung
Rapids B-Elf muss sich Altach 1:2 geschlagen geben
Fußball National
Tadic-Doppelpack
3:1! Hartberg hält die Klasse aus eigener Kraft
Fußball National
300 Meter abgestürzt
Erinnerungsfoto am Traunstein brachte den Tod
Oberösterreich
Tiroler steigen ab
Innsbruck siegt - und ist doch DER große Verlierer
Fußball National
Hafenecker: „Hetzjagd“
FPÖ kündigt die Auflösung von zwei Vereinen an
Österreich

Newsletter