Vor Gedenktag
Streit über Stalin-Plakate in Russland ufert aus
Der Kirower Geschäftsmann hatte nach eigenen Angaben die mündliche Erlaubnis der Stadt, das Plakat anzubringen. Eine Vertreterin der Stadt widersprach jedoch, berichtete die Regierungszeitung "Rossijskaja Gaseta" am Freitag.
In der Region Altai etwa 3.000 Kilometer östlich von Moskau kündigte die Kommunistische Partei an, 70 Stalin-Plakate aufzuhängen. In Moskau sollen mit ausdrücklicher Unterstützung von Bürgermeister Juri Luschkow rund um die Siegesparade mehrere Poster an Stalin erinnern. Auch in der zweitgrößten russischen Stadt St. Petersburg wollen die Kommunisten auf eigene Faust des Sowjet-Diktators (1879 - 1953) gedenken.
Kriegsheld oder Versager?
Stalin habe die Sowjetunion als Oberbefehlshaber zum Sieg über den Hitler-Faschismus geführt, argumentieren die Befürworter der Plakataktionen. Hochrangige Politiker widersprachen jedoch: Die Bevölkerung habe den Sieg errungen, Stalin hingegen jede Menge militärischer Fehler gemacht.
Präsident Dmitri Medwedew und Regierungschef Wladimir Putin haben den Sowjetterror unter Stalin deutlich verurteilt. Westliche Diplomaten befürchten, dass die zu der Moskauer Siegesparade eingeladenen ausländischen Staats- und Regierungschefs aus Protest gegen die Stalin-Plakate ihre Teilnahme absagen könnten.
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