Mi, 24. April 2019
03.04.2019 07:00

Nach Facebook-Video

„Keiner hat mehr Respekt vor uns Busfahrern“

„Wir werden beschimpft, beleidigt und sogar geschlagen. Viele Fahrgäste haben einfach keinen Respekt mehr vor uns Buslenkern“, sagt sabtours-Betriebsratsvorsitzender Josef Baumann zum „Rassismus-Eklat“ in Wels. Er wirft der dunkelhäutigen Familie vor, die Eskalation bewusst herbeigeführt und gefilmt zu haben.

Die Facebook-Videos eines dunkelhäutigen Burschen, der vermeintlich verzweifelt versucht, in einen verschlossenen Welser Linienbus einzusteigen, war ein großer „Rassismus-Aufreger“. Doch mittlerweile steht nicht nur das Verhalten des „bösen“ Bus-Chauffeurs zur Diskussion, sondern auch das Benehmen des Burschen.

„Das Ganze war eine Inszenierung“
sabtours-Betriebsratsvorsitzender Josef Baumann verteidigt seinen Kollegen und sagt: „Das Ganze war eine Inszenierung dieser Familie. Der Bursch ist draußen gestanden, hat ganz arm am Bus geklopft. Drinnen hat sein Bruder dem Lenker den Schlüssel abgezogen und die Mutter hat das alles auch noch gefilmt.“ Der 14-Jährige habe schon zuvor mit Freunden versucht, den Buslenker zu provozieren und dann mit einem Video im Internet zu blamieren – eine Taktik, die sonst eher Gleichaltrige trifft.

Beschimpfungen sind mittlerweile „normal“
Davon unabhängig listet Baumann auf, was seine 220 Kollegen im Alltag mitmachen müssen: „Raufereien an der Haltestelle oder im Bus. Es wird vor den Bus gesprungen, dagegen geschlagen, einmal hat ein Jugendlicher eine Tür aufgetreten, weil er zwischen zwei Haltestellen aussteigen wollte. Dreckige Schuhe am Sitz sind normal. Wenn ein Chauffeur etwas sagt, wird er oftmals aufs Gröbste beschimpft. Der Stinkefinger ist üblich geworden. Wir haben bei den Lenkersitzen Sicherheitsglas anbringen lassen. Bevor wir das hatten, gab es ein bis zwei Spitalsaufenthalte im Jahr, weil aggressive Gäste Chauffeure auf den Rücken geschlagen haben. So sieht’s aus.“

Buslenker war betrunken
Ob sich jener Buslenker (50) aus Traun, der mit 0,82 Promille in Haid-Ansfelden hinterm Lenkrad gesessen ist, aus „Angst“ vor den Fahrgästen betrunken hat, ist übrigens nicht geklärt.

Christoph Gantner, Kronen Zeitung

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