„Er hat mich bekniet und manipuliert“, sagte der völlig zerknirschte Standortleiter schon beim ersten Prozesstermin im Oktober. Der Vorbestrafte war mit seinem Mercedes aufgetaucht, um im großen Stil Getränke einzukaufen. Die Abmachung, bei Abholung einer Palette (Red Bull, Cola, Whisky) die vorherige Lieferung zu zahlen, hielt aber nicht.
Standortleiter ließ sich immer wieder vertrösten
„Der Kunde behauptete halt immer wieder, dass er seinerseits noch auf den Erlös des Wiederverkaufs warte“, erklärte der Filialchef. Höhepunkt: Nach 17 nicht bezahlten Lieferungen wurden auf einen Schlag Waren um 132.000 € geliefert. Längst hatte der Standortleiter die Geschäfte gegenüber seinem Arbeitgeber verschleiert, weil er fürchtete, Rechenschaft ablegen zu müssen.
Angeklagter verleumdete den Lieferanten
Als alles aufflog, bezichtigte der Angeklagte seinen treuen Lieferanten sogar, insgesamt 300.000 € selbst eingesteckt zu haben. Nun, am zweiten Prozesstag, packte der 38-Jährige aus und gestand den Großbetrug. Es setzte 3,5 Jahre Haft und er soll dem Händler nun 545.000 € zurückerstatten. 152.000 € zahlte der Filialleiter, der nach 40 Jahren fristlos gekündigt worden war, aus eigener Tasche! Die Getränke wurden billigst verscherbelt, vermutlich in Wien und Rumänien.
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