„Ich machte in den letzten Wochen 20 Führungen“, sagt Stefan Vass. Der Linzer ist einer von 25 neuen Vermittlern, die Besuchergruppen durch die KZ-Gedenkstätte Mauthausen geleiten, ihnen Historisches näherbringen und Bezüge zum Heute herstellen. Seine Kollegin Heidi Böck arbeitet gerne mit Schülern.
Die Gedenkstätte, internationales Symbol für Erinnerungskultur an die Opfer des Nationalsozialismus, hat ganzjährig offen. Rund 70 Vermittler führen durch die Baracken, durch die Räume und den Schrecken dieses schwierigen Erbes. „Die jungen Besucher erfahren zwar, wie es dazu gekommen ist. Wir diskutieren mit ihnen aber über Rassismus, Ausgrenzung und Gruppendruck“, sagt Stefan Vass (30). Alles ist heute aktuell. Die pädagogische Leitfrage ist: „Was hat das mit mir zu tun?“
Besucher und ihre Eindrücke
„Ich gleite gerade in die Pension und suchte etwas Sinnstiftendes“, erklärt Heidi Böck (59) aus Gallneukirchen ihre Motivation, als Vermittlerin zu arbeiten. Wie ist es, mehrmals in der Woche an diesen belasteten Ort zu kommen? „Für mich immer wieder eine Herausforderung, aber ich konzentriere mich auf die Schüler, auf ihre Fragen“, sagt Vass. Und Böck meint: „Ich gehe voll auf die Bedürfnisse der Gruppe ein, das hat sehr schöne Seiten.“ Übrigens: Die Linzer Kunstuniversität entwickelte für die Gedenkstätte eine virtuelle Plattform, auf der Besucher Eindrücke posten können.
Elisabeth Rathenböck, Kronen Zeitung
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