„Ich suchte nach einer österreichischen Geschichte, weil ich hier lebe“, sagt Mei Hong Lin. Gefunden hat die Chefchoreographin „Marie Antoinette“. Sie macht daraus einen „getanzten Lebensfilm“ zwischen Etikette und Ausbruchsphantasie.
Marie-Antoinette aus dem Hause Habsburg wurde im Alter von 14 Jahren an den französischen Thronfolger verheiratet, um Spannungen zwischen den Ländern zu beseitigen. Doch im französischen Volk gärte es bereits. Staatspleite, Hungersnöte und Freiheitsideen des Bürgertums kochten die Französische Revolution hoch. Zu viel für eine Kindprinzessin: „Sie flüchtet sich in Mode, Frisuren - sie wurde zum Star-Girl des Rokoko, meint Ballett-Dramaturgin Katharina John. Und sie wurde gehasst, am Ende sogar geköpft
Wirren der Zeit
„Ich habe sie lieben gelernt“, meint Mei Hong Lin. Sie choreographiert ihre Ballettversion zu einer „psychischen Innenschau einer Frau, die versucht, nicht in den Wirren der Zeit unterzugehen.“ Drei Tänzerinnen verkörpern Marie, sie tanzen ab Samstag einen intimen Lebensfilm, getaktet und rhythmisiert vom zeitgenössischen Komponisten Walter Haupt.
Die Ballett-Uraufführung “Marie Antoinette" findet Samstag, den 30. März im Großen Saal des Musiktheaters statt. Beginn ist 19.30 Uhr.
Elisabeth Rathenböck, Kronen Zeitung
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