15.03.2019 07:30 |

Bernhard Auinger

„Zugabe“ mit Schokotalern

Der Wahlkampf in der Verlängerung: Und ein erschöpfter SP-Verlierer Bernhard Auinger will schon zum vierten Mal auf der Schranne Wähler mobilisieren. „Darf’s vielleicht ein Schokotaler sein?“, sucht er mit Süßem Kontakt und muss sich auch Kritik gefallen lassen. Das Neutor kann Auinger schon nicht mehr hören.

„Meine Stimme haben’s. Ich bin ein alter Sozi, aber mit dem Neutor-Kurs bin ich nicht einverstanden“, ruft ein älterer Herr dem SP-Frontmann nach. Auinger fühlt sich in der Frage missinterpretiert: „Ich habe nur gesagt, dass es keine Mehrheit finden wird.“ Der Wahlkampf nagt an ihm.
„Ein kleines Geschenk für Sie! Bei der Kälte ist Schoko ideal“, scherzt er mit einer Standlerin, die dem eisigen Wind mit bunten Frühlingsblumen entgegenhält. Einen Stand weiter ist der Chef froh, dass er sich dieses „Hick-Hack“ in der Stadtpolitik nur aus der Entfernung antun muss: „Ich komme aus Oberösterreich.“ Der Wahlkampf auf der Schranne sei übertrieben worden, meint er. Die Geschenke? Zum Teil komplett unnütz.

Sicherheit und Verkehr sind die Sorgen
Und dann kommt Bernhard Auinger mit einer Bewohnerin aus dem Andräviertel länger ins Gespräch. Sie mache sich Sorgen um die Sicherheit in der Stadt, erzählt sie. Auinger hört zu. Genauso wie er auch für die vielen Fluglärm-Betroffenen im Süden der Stadt da sein will. „Wir brauchen da endlich ein ordentliches Konzept.“ Auf Vorwürfe, dass er heuer nie in Lehen gewesen sei, reagiert Auinger empfindlich. 5000 Hausbesuche habe die Stadt-SPÖ allein bis Weihnachten gemacht.

Lärm und Schadstoffe kommen immer wieder zur Sprache. Auch bei einem Wähler, der an der Vogelweiderstraße unter der Lkw-Lawine leidet. Geholfen hat bisher niemand. „Es fehlt die Linie. Die Politiker sollten in die Bürger reinhören.“ Ein Selfie mit dem Verlierer aus dem ersten Durchgang will heute niemand. Dafür wird Mut zugesprochen.
Kämpfen wird Auinger bis zum Schluss. „Unglaublich, dass so wenige hingehen“, schimpft eine Dame mit Gemüse-Korb am Arm. „Die Leute hätten Zeit und trotzdem interessiert es keinen.“
Vorm Eingang zur Mirabellgarage rückt das ÖVP-Bürger-Rad mit Vorkämpferin Barbara Unterkofler nah heran. Ohne eigenen Stand, weil das Grundamt fälschlicherweise drei für die SPÖ reserviert hatte.

Sabine Salzmann
Sabine Salzmann
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