02.03.2010 09:02 |

Prüfung bis Oktober

Neuer Anlauf für Tunnel-Lift auf das Schareck

Neuer Anlauf für ein Uralt-Projekt im Gasteinertal: Eine Investorengruppe aus dem Zillertal will von Sportgastein einen Tunnel bauen, durch den ein unterirdischer Lift die Skifahrer direkt auf den Gipfel des Scharecks bringt. Die Betreiber haben alle drei Gemeinden des Tales auf ihrer Seite. Montag stellten sie ihre Pläne der Landesregierung vor. Der Erfolg: Bis Oktober wird alles neu geprüft.

3.123 Meter hoch ist der Gipfel des Scharecks – und Touristiker aus dem Gasteinertal wollen ihn seit Jahren für die Skifahrer öffen und damit Anschluss ans Ganzjahres-Skigebiet auf dem Mölltaler Gletscher finden.

Das Land blockte die Pläne für den neuen Lift bisher konsequent ab – zuletzt im Jahr 2006. Doch seit letztem Herbst liegt das Projekt wieder auf dem Tisch: Alle drei Gasteiner Gemeinden unterstützen die Pläne der Zillertaler Investoren. Bad Gastein und Bad Hofgastein waren sofort dafür, in Dorfgastein stimmte die Gemeindevertretung erst im zweiten Anlauf dem Projekt zu.

Gemeinsam marschierten Lift-Betreiber und Gemeinden Montag im Chiemseehof auf und stellten ihre Pläne der Regierung vor: Immerhin soll der neue Lift 500 Arbeitsplätze schaffen und 120.000 zusätzliche Nächtigungen bringen. „Wir sind optimistisch, dass es das Okay vom Land gibt“, sagte der Hofgasteiner Ortschef Franz Zettinig zufrieden nach der Sitzung im Land.

Ob es die Genehmigung gibt, ist noch offen – die Regierung lässt bis Oktober klären, wie die rechtliche Lage aussieht. Da sieht es schlecht aus: Die Skifahrer sollen durch eine Tunnel-Bahn von Sportgastein bis zum Gipfel gelangen. Die Trasse verläuft in bis zu 150 Meter Tiefe unter der Kernzone des Nationalparks Hohe Tauern – und das Gesetz verbietet neue Bauten.

Sorgen könnten auch die Schneeverhältnisse machen: Die Kärntner reagierten vorigen Herbst bestürzt, weil Schwedens Ski-Star Patrick Järbyn den Mölltaler Gletscher nicht mehr als Hauptquartier fürs Training will – die Pisten waren zu weich.

von Robert Redtenbacher, Kronen Zeitung

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