Nach dem Vorstoß der Salzburger Kinderfreunde, Waffen und Kriegsspielzeug für Kinder von ihren Faschingsfesten zu verbannen, meldet sich jetzt auch die Politik zu Wort. Die FPÖ lehnt diese Idee ab und hält die gesamte Diskussion für realitätsfern. krone.at hat nachgefragt: Sollen Waffen bei Faschingsveranstaltungen verboten werden - oder wird hier übertrieben?
Wien-Heiligenstadt zur Mittagszeit: krone.at spricht einen Herrn auf der Parkbank an: „Ich finde, es ist überbewertet. Ich habe als Kind selbst mit Waffen gespielt und finde es deshalb unnötig, es ihnen zu verbieten.“ Aus ihm sei auch kein Waffennarr geworden. Für eine junge Frau ist die Überlegung ein Schritt in die richtige Richtung: „In den Medien, in Filmen sieht man überall Waffen. Warum nicht Spielzeugwaffen verbieten? Lieber einen Zauberstab stattdessen.“
„Wenn Kinder nichts von Waffen wissen würden, wäre es besser“
Dass Waffen und Gewalt allgegenwärtig sind, stelle für Kinder generell ein Problem dar, so ein Jugendlicher: „Sie bekommen die Waffen schon als kleines Kind in die Hand. Wenn sie davon nichts wissen würden, glaub ich, wäre es besser.“ Gesellschaftliche Rollenbilder haben viel mit der Debatte zu tun, meint eine Frau, die selber noch keine Kinder hat: „Es sind nicht nur die Faschingskostüme, sondern prinzipiell das ganze Spielzeug, das gesamte Gewand. Alles was mit den Kindern getan wird, da werden sie natürlich schon als Buben oder Mädchen dazu erzogen, sobald sie auf der Welt sind.“
„Ich finde, ein Bub kann auch eine Prinzessin sein - warum nicht?"
Ein älteres Ehepaar ist sich nicht ganz einig. Der Mann hat nichts gegen Spielzeugwaffen, weil „das ist alles aus Plastik… Natürlich kann man sagen, dass es unter anderem fürs Kriegsspielen verwendet wird.“ Bei seiner Gattin findet er keinen Zuspruch für seine Ansicht: „Mir gefällt‘s nicht, weil ich habe auch zwei Buben, der eine hat mit Puppen gespielt, der andere hat sich dann selber eine Pistole gebastelt, weil ich ihm keine gekauft habe.“ Eine junge Mutter meint, im Endeffekt gehe es um die Kinder, jedes einzelne soll frei entscheiden können, welches Kostüm es trägt. „Meine Tochter darf auch Cowboy sein, wenn sie das will, aber ich finde, ein Bub kann auch eine Prinzessin sein - warum nicht?“
Kinderfreunde: „Selbst fiktive Gewalt darf keinen Platz im Spiel haben“
Dem Motto „Fasching ohne Gewalt“ folgend haben die Salzburger Kinderfreunde ein Waffenverbot auf ihren Faschingsfeiern ausgesprochen. „Selbst fiktive Gewalt darf keinen Platz im Spiel haben“, sagt Vera Schlager, Landesgeschäftsführerin der Kinderfreunde. Nicht verstehen kann die Aufregung Nationalratsabgeordneter Volker Reifenberger von der FPÖ. „Wir sind alle mit Spielzeugwaffen im Kinderfasching aufgewachsen - und ich bin der Meinung, dass es uns nicht geschadet hat.“ Denn würden „seit Bestehen der Menschheitsgeschichte einen fixen Bestandteil des kindlichen Spiels“ bilden.
Jetzt interessiert uns natürlich die Meinung unserer Leser zu diesem Thema. Sollen Waffen bei Faschingsveranstaltungen verboten werden, oder wird hier übertrieben und die tatsächlichen Probleme liegen an anderer Stelle?
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