Mi, 20. März 2019
04.03.2019 14:25

Wo ist das Vermögen?

Geldspeicher von totem Krypto-Millionär sind leer

Sein Geheimnis und damit umgerechnet über 166 Millionen Euro mit ins Grab genommen haben soll der verstorbene Gründer der kanadischen Kryptowährungs-Tauschplattform QuadricaCX - weil nur er Zugriff auf die digitalen Schließfächer hatte, so zumindest die offizielle Darstellung der Witwe. Doch an dieser werden zunehmend Zweifel laut. Denn wie Wirtschaftsprüfer jetzt ganz ohne das benötigte Passwort herausfanden, sind die virtuellen Geldspeicher des Krypto-Börsenchefs allesamt leer.

QuadrigaCX-Gründer Gerald „Gerry“ W. Cotten war Anfang Dezember während einer Indien-Reise nach Komplikationen in Jaipur seiner Morbus-Crohn-Erkrankung erlegen. Wie seine Witwe Jennifer Robertson Anfang Februar in einer eidesstattlichen Erklärung beim Obersten Gerichtshof der kanadischen Provinz Nova Scotia mitteilte, hatte Cotten „die alleinige Verantwortung für die Handhabung“ der ihm anvertrauten Gelder - in Summe umgerechnet rund 166 Millionen Euro, davon rund 120 Millionen Euro in Kryptowährungen wie Bitcoin, Litecoin und Ether.

Geld, das die zuletzt rund 115.000 Nutzer der Kryto-Börse wohl nicht wiedersehen werden. Denn wie Robertson weiter ausführte, speicherte ihr Mann das digitale Geld auf einem Laptop in mehreren verschlüsselten Offline-Speichern, sogenannten Cold Wallets, um es „vor Hacking oder anderem virtuellen Diebstahl zu schützen“. Das zur Entschlüsselung benötigte Passwort soll Cotten mit ins Grab genommen haben - so zumindest die offizielle Darstellung.

Virtuelle Geldspeicher sind leer
Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young, in einem Gläubigerschutzverfahren von einem kanadischen Gericht damit beauftragt, die Finanzen von QuadrigaCX zu durchleuchten, fanden jetzt laut der Finanznachrichtenagentur Bloomberg jedoch einen anderen Weg, einen Blick in die virtuellen Geldspeicher Cottens zu werfen, indem sie den in der Blockchain gespeicherten Transaktionsverlauf des digitalen Geldes analysierten. Vorläufiges Ergebnis: Alle sechs Cold Wallets, die von den Prüfern eindeutig der Kryptobörse zugeordnet werden konnten, sind leer. Auch drei weitere Wallets, die Cottens Firma gehört haben sollen, enthalten demnach keine Kryptowährungen.

Dem Bericht nach fanden die Prüfer allerdings heraus, dass die Kryptobörse unter verschiedenen Alias-Namen insgesamt 14 Nutzer-Accounts angelegt hatte, über die Transaktionen von „signifikantem Volumen“ - auch an Wallets bei anderen Kryptobörsen - ausgeführt wurden. Ein Hinweis darauf, dass bei QuadrigaCX nicht alles mit rechten Dingen abgelaufen sein dürfte…

 krone.at
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