28.02.2019 21:01 |

Musikwelt trauert

Ausnahmemusiker Previn mit 89 Jahren gestorben

Der deutsch-amerikanische Pianist, Komponist und Dirigent Andre Previn ist tot. Der Ausnahmemusiker ist am Donnerstag im Alter von 89 Jahren in seinem Zuhause im New Yorker Stadtteil Manhattan gestorben. Previn ließ die Grenzen zwischen Jazz, Pop und klassischer Musik verschmelzen und gewann zahlreiche Auszeichnungen.

Vier Oscars, zehn Grammys, unzählige verkaufte Alben und fünf gescheiterte Ehen: Previns Leben verlief turbulent und zumindest beruflich höchst erfolgreich. Nach einer jahrzehntelangen Karriere im Rampenlicht hatte sich der Pianist, Komponist und Dirigent aber zuletzt aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

Spielte mit zahlreichen Jazz-Größen
Previn wurde 1929 als Andreas Ludwig Priwin in Berlin geboren, als Kind flüchtete er mit seiner Familie in die USA, wo er als Pianist Karriere machte. Schon mit 15 gab er ein Jazzkonzert in der Philharmonie von Los Angeles und zählte bald zu den hochkarätigen Jazzern der US-Szene. Regelmäßig stand er mit Größen wie Benny Goodman, Dizzy Gillespie, Benny Carter oder Billie Holiday auf der Bühne.A ls erster Jazzmusiker erhielt er eine Goldene Schallplatte.

Vier Oscars für beste Filmmusik
In den 1940er-Jahren bekam Previn, der inzwischen US-Staatsbürger geworden war, einen Vertrag als Hollywood-Musiker beim Studio Metro Goldwyn Meyer. Die erste Filmmusik schrieb er für eine Folge der Serie „Lassie“. Für die Filme „Gigi“, „My Fair Lady“, „Porgy and Bess“ sowie „Irma la Douce“ heimste er jeweils einen Oscar für die beste Filmmusik ein. Trotz des Erfolgs wandte er der Traumfabrik nach 16 Jahren schlagartig den Rücken. „Ich wollte mit dem Talent spielen, das ich hatte.“

Arbeitete mit allen großen Orchestern
Previn widmete sich der klassischen Musik. Er lernte das Dirigieren, übernahm 1967 das Houston Symphony Orchestra und wurde nach nur drei Jahren als Nachfolger von Claudio Abbado als Chefdirigent und Musikdirektor an die Spitze des London Symphony Orchestra berufen. Es folgten Kooperationen mit so gut wie allen großen Orchestern der Welt. Zudem galt er als einer der weltweit wichtigsten zeitgenössischen Komponisten.

War auch mit Mia Farrow verheiratet
Privat erlebte der leidenschaftliche Kunstsammler währenddessen mehr Tiefen als Höhen. Fünf Ehen scheiterten, neun Kinder und Adoptivkinder blieben aus den Verbindungen. Zeitweilig war Previn mit Schauspielerin Mia Farrow (Bild oben) und später in fünfter Ehe mit der Geigerin Anne-Sophie Mutter verheiratet.

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