Freisprüche im Zweifel

Nach Sex-Martyrium in Tulln: Sandra ist tot!

Was dieses Mädchen durchmachen musste, ist nicht in Worte zu fassen: Zwei Asylwerber sollen die damals 15-Jährige in Tulln vergewaltigt haben, DNA-Spuren wurden sichergestellt, Gewalteinwirkung dokumentiert. Gutachter erachteten die Schilderungen des Opfers als schlüssig - trotzdem wurde das Duo freigesprochen. Im Zweifel. Was bleibt, sind viele offene Fragen. Antworten wird Sandra nie darauf bekommen: Sie ist jetzt gestorben.

Sandra (Name geändert) klagte Samstagnachmittag über unerträgliche Kopfschmerzen, kam vorsorglich ins Krankenhaus und konnte es aus eigener Kraft nicht mehr verlassen. Die 17-Jährige erlag einer schweren Meningitis-Infektion (Hirnhautentzündung).

Urteil sorgte für landesweiten Schock
Das Leben des Mädchens stand unter keinem besonders guten Stern: Sie fühlte sich nie wohl in ihrem weiblichen Körperkorsett, vielmehr zu Frauen hingezogen. Ihr Schicksalstag sollte der 25. April 2017 werden: Sie, auf dem Heimweg vom Bahnhof Tulln. Ein Afghane und ein Somalier – beide damals 18 Jahre alt, aus einem nahen Flüchtlingsheim – sollen ihr gefolgt sein, sie niedergerissen und vergewaltigt haben.

DNA-Spuren wurden am Körper des Mädchens sichergestellt. Wie berichtet, erkannte das Opfer ihre Peiniger in den Männern auch wieder. Ihnen wurde der Prozess gemacht – dessen Ausgang vergangenen März für einen landesweiten Schock gesorgt hatte.

Freispruch im Zweifel
Ja, sie hatten „Spaß“ mit Sandra, daraus machte das Duo vor dem Richter keinen Hehl. Von dem Mädchen mitgebrachtes Marihuana sei im Spiel gewesen, der „Joint“-Konsumations-Ort von ihr auserwählt. Freispruch im Zweifel! Die Angeklagten gingen frei. Eine Abschiebung wurde angeordnet und der Afghane mit mehr als 6300 Euro für seine U-Haft entschädigt. Ob sich die Männer noch immer in Österreich aufhalten, ist unklar.

„Nach dem Urteil war Sandra depressiv“, so Anwalt Ewald Stadler. Ihren Alltag konnte sie nur mit Medikamentenkonsum bewältigen. Ihr Kampf ins Leben zurück war zäh – jetzt, zwei Jahre nach ihrem Martyrium, hat sie ihn verloren.

Sandra Ramsauer und Martina Prewein, Kronen Zeitung/red

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