Es war am Dienstag gegen 16.30 Uhr: Ein Jäger war im Karwendeltal bei Scharnitz unterwegs. Von der Straße aus sah er im Revier Katzenkopf einen Gamsbock offensichtlich tot im Schnee liegen. Der Jäger wollte zum Tier aufsteigen - da liefen ihm zwei Männer direkt in die Arme.
Der Jäger verständigte einen Kollegen sowie die Polizei Seefeld, die sofort eine Streife losschickte. Gegenüber den Polizisten gab das Duo (29 und 28 Jahre alt) aus Ochsengarten und vom Haimingerberg an, mit der Wilderei nichts zu tun zu haben, obwohl die Beweislage gegen die zwei spricht und erdrückend ist. "Das Duo war zunächst rund 20 Minuten mit Tourenskiern und danach zu Fuß aufgestiegen - in die unmittelbare Nähe des Fundortes des Gamsbockes. Die Spuren sind ihnen ganz eindeutig zuzuordnen", sagt einer der ermittelnden Polizisten.
Bei der Kontrolle packte das Duo vor den Polizisten aus den Rucksäcken Feldstecher, Messer und Tragtaschen (für den Abtransport?) aus. "Einzig und allein die Tatwaffe fehlt uns derzeit noch - ein kleinkalibriges Gewehr. Wir hoffen, sie finden zu können", berichtet der Polizist.
"Bisher sind die beiden Oberländer noch nicht im Zusammenhang mit Wilderei belastet."
Der getötete Gamsbock dürfte acht bis neun Jahre alt sein und wird in Klasse I eingestuft. Der angerichtete Schaden wird auf rund 2.000 Euro geschätzt. Zum Kadaver war während der Einvernahme der beiden Verdächtigen ein anderer Jäger aufgestiegen, da war der verendete Gamsbock noch warm.
von Günther Krauthackl, Tiroler Krone
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