Mi, 22. Mai 2019
23.02.2019 05:59

On-Ear-Kopfhörer

Teufel Airy: Die faltbare Neuauflage am Prüfstand

Der Berliner Audiospezialist Lautsprecher Teufel hat seinem Bluetooth-Kopfhörer Airy ein Facelifting spendiert und ihn in einer zusammenklappbaren Neuauflage auf den Markt gebracht. Wie gut der kabellose On-Ear-Kopfhörer mit 40-Millimeter-Treibern klingt und wie effektiv er vom Stadtlärm abschirmt, hat krone.at getestet.

Schon der erste Airy - hier finden Sie den Test - hat uns damals mit geringem Gewicht und starkem Klang überzeugt, ein Manko hatte der Vorgänger allerdings: Er war nicht faltbar und nahm dadurch - erst recht mit seinem gepolsterten Transporttascherl - recht viel Platz in Tasche oder Rucksack weg. Ein Kritikpunkt, den Teufel bei der Neuauflage ausgemerzt hat.

Mehr Mobilität durch Klappfunktion
Das 2018er-Modell des Airy kostet 150 Euro, wiegt 150 Gramm, ist klappbar und wurde in puncto Design überarbeitet. So gibt es beim neuen Airy die Möglichkeit, die Ohrmuscheln mit farbigen Gummibändern - Gelb, Grün und Rot liegen bei - zu individualisieren.

Statt der gepolsterten Transportschale des Vorgängers liegt dem neuen Airy ein Stoffsackerl bei, in dem der Kopfhörer verstaut wird. Beim Transport wird er so weit kompakter, die Schutzwirkung ist aber auch geringer als jene der Schale.

Design-Fortschritte und ein Bedienungs-Rückschritt
Insgesamt hat uns das neue Design des Airy besser als jenes des Vorgängers gefallen. Die farbigen Gummibändchen sind eine nette Dreingabe für alle, die es bunter mögen, die Klappfunktion ist für einen tendenziell eher unterwegs genutzten Kopfhörer ebenfalls ein Fortschritt. Die Verarbeitung ist solide, wenngleich das Gehäusematerial Plastik nicht allzu edel wirkt.

Ein Rückschritt gegenüber dem ersten Modell sind die am rechten Hörer angebrachten Bedienelemente. Das Lautstärke-Kontrollrad ist zwar unverändert zuverlässig, ausgerechnet die Power/Play-Taste ist aber deutlich schwergängiger als beim Vorgänger und liefert wenig Feedback.

Basslastiger Klang, gute Lärmunterdrückung
Klanglich haben wir nichts am Airy auszusetzen. Er klingt eher basslastig, stellt aber auch Mitten und Höhen überzeugend und klar dar. Die Maximallautstärke sollte selbst in lauter Umgebung völlig ausreichen, zumal der Airy bauartbedingt eng anliegt und Umgebungslärm zuverlässig unterdrückt.

Weil der Airy basslastig klingt, ist er wohl nicht das optimale Abspielinstrument für Klassik oder andere Höhen und Mitten betonende Musik. Im Test mit elektronischen und rocklastigeren Klängen hat er seine Aufgabe aber sehr gut gemacht und mit seinen 40-Millimeter-Treibern und 32 Ohm Impedanz treibende Bässe und präsente und auch bei hoher Lautstärke kaum verzerrte Höhen sowie Mitten ins Ohr geschickt.

Interessant für Reisende: Der Airy hält nicht nur Umgebungslärm recht zuverlässig draußen, sondern ist durch seine Bauart auch keine Belästigung für Mitreisende. Selbst bei hohen Pegeln klingt kaum etwas nach draußen. Nebeneffekt sind warme Ohren im Winter - und heiße im Sommer.

Gute Akkulaufzeit, unproblematische Bedienung
Etwas länger als beim Vorgänger fällt die Akkulaufzeit des Airy aus. Laut Hersteller bietet man nun 30 statt 20 Stunden Akkulaufzeit, wobei die tatsächliche Ausdauer natürlich von den Hörgewohnheiten, und hier insbesondere von der Lautstärke abhängt. Die Ladezeit via microUSB belief sich im Test auf drei, vier Stunden.

Besser als beim Vorgänger erschien uns im Test die Bluetooth-Verbindung. Sie ist nun stabiler, durchdringt Hindernisse leichter und bietet auch etwas mehr Reichweite. Alternativ steht eine Kabelverbindung zur Verfügung, ein rund 1,4 Meter langes farbiges Klinkenkabel liegt bei.

Ein Feature des Vorgängers, das es nun nicht mehr gibt: Der Airy hat kein NFC mehr, kann also nicht ganz so einfach wie früher mit Smartphones und anderen Geräten verbunden werden. Da der Aufbau einer Bluetooth-Verbindung auch ohne NFC nicht allzu kompliziert ist, sehen wir darin aber nicht unbedingt eine Schwäche.

Fazit: Teufel hat beim Airy an den richtigen Stellen nachgebessert: Bei gleichbleibend gutem Klang ist der On-Ear-Kopfhörer nun deutlich mobiler. Die stabilere Bluetooth-Verbindung, die Individualisierungsmöglichkeit mit den farbigen Gummibändern und der stärkere Akku wissen ebenfalls zu gefallen. Da trüben kleine Schönheitsfehler bei den Bedienelementen den sehr guten Gesamteindruck kaum.

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Dominik Erlinger
Dominik Erlinger

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