Der fünfte Platz von Manuel Feller im Slalom in Adelboden hat bei ÖSV-Cheftrainer Marko Pfeifer Hoffnungen bezüglich der anstehenden Top-Events geweckt. Für Unmut sorgte hingegen die „fade“ Kurssetzung. Laut Pfeifer müsse sich der Weltverband FIS gar ein Einschreiten überlegen.
Mit einem fünften Platz für die Lockerheit soll Manuel Feller rechtzeitig für die anstehenden Slalom-Highlights nun so richtig Fahrt aufnehmen. „Ich würde lügen, wenn ich sage, ich will nicht mehr“, erklärte Feller beim Klassiker in Adelboden nach seinem mit Abstand besten Saisonergebnis. „Es ist ein fünfter Platz, den bewerte ich nicht über. Aber ich sehe: Wenn ich das fahre, was ich kann, ist auch ein Podium möglich.“
„Mit diesem Selbstvertrauen von ihm können wir uns auf die Klassiker freuen“, sagte Cheftrainer Marko Pfeifer nach einem seiner Ansicht nach „extrem wichtigen Ergebnis“ seines Topathleten. Dieser präsentiere sich mit einem Schwung, wie vor zwei Jahren. „Er kann mit den Weltbesten mithalten.“ Feller selbst wollte zwar vom „perfekten Timing“ für die Klassiker in Wengen (18.), Kitzbühel (25.), Schladming (28. Jänner) und bei Olympia (16. Februar) nicht sprechen. „Das beste Timing wäre vom Anfang der Saison weg gewesen.“ Er nimmt es aber nach dem Motto: „Besser spät als nie.“
Feller mental „noch nicht ganz frei“
Er habe bereits in Madonna di Campiglio (Ausfall als Halbzeit-14.) gespürt, dass die Form passt. „Vom Kopf her bin ich noch nicht ganz frei, das gebe ich ehrlich zu. Aber natürlich hilft mir das für die nächsten Wochen.“ Am von ihm geliebten Chuenisbärgli fuhr Feller auch wichtige Punkte für die Start-Rangliste ein. „Ich bin jetzt auch in den Top-15 wieder gefestigt.“ Dass die Weltcupkugel heuer längst kein Thema mehr ist, könne ein Vorteil für die Tagesrennen sein, spekulierte Pfeifer: „Er ist vielleicht genau in der richtigen Position, um was Großes zu machen.“
Die Leistung der restlichen Mannschaft stieß dem Cheftrainer beim Sieg des Franzosen Paco Rassat sauer auf. „Raschner etwa fährt bis Ende Steilhang zweimal gut, dann wird die Bremse eingeschaltet. So reicht es nicht, dass ich zu einer Olympiade komme.“ Im Slalom könne man es sich nicht mehr erlauben, an gewissen Passagen Tempo rauszunehmen. „Wir haben Athleten, die das Zeug haben, aber sie müssen erkennen, dass es nur mit Vollgas geht“, sagte Pfeifer.
Mehr „Kreativität“ von Kurssetzern gefordert
Zumal der Trend zur einfachen Kurssetzung im ÖSV nicht gut ankommt. „Die Kreativität von Slalomtrainern lässt zu wünschen übrig. Man könnte schon mutiger sein und für die weltbesten Athleten ein paar Rhythmuswechsel einbauen“, sagte Pfeifer nach einer seiner Ansicht nach erneut „faden“ Kurssetzung in Adelboden. „Ich befürchte, dass das so weitergeht.“ Laut Pfeifer müsse sich der Weltverband FIS auch ein Einschreiten überlegen.
In Bezug auf das rot-weiß-rote Slalomteam bei Olympia ist vieles offen. Weil Fabio Gstrein seiner Form weit hinterherfährt und es am Sonntag als 31. gar nicht in den zweiten Durchgang schaffte, haben aktuell Feller und der versatile Marco Schwarz die besten Karten. Bei aktuell zehn Plätzen für das Männer-Team werden Leute bevorzugt, die möglichst mehrere Disziplinen abdecken. Schwarz ist im Riesentorlauf und Super-G gesetzt. Er wird bei der kommenden Weltcupstation in Wengen weitere Speedkilometer in den Abfahrtstrainings sammeln und wollte selbst einen Start in der Olympia-Abfahrt nicht ausschließen. Ein Einsatz des Kärntners bei der nun anstehenden Lauberhorn-Abfahrt ist aktuell aber nicht geplant.
Hacker vor Blitzcomeback
Ein Blitzcomeback wagt indes ÖSV-Abfahrer Felix Hacker. Der 26-Jährige will weniger als einen Monat nach seinem Meniskusriss in Wengen wieder starten. Hacker hat seine Knieverletzung aus Gröden konservativ behandeln lassen. Nicht starten in der Schweiz wird Max Franz, der nach einem Schlag im Training Schmerzen im Knöchelbereich hat.
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