"Kein eigener Flieger"
Barroso-Reisen verschlangen im Vorjahr 697.000 €
Die Repräsentationskosten für die einzelnen Kommissare rangieren zwischen 5.000 und 16.000 Euro - das Spesenkonto Barrosos schlug da mit rund 33.000 Euro vergleichsweise hoch zu Buche. "Herr Barroso reist viel", erklärte die EU-Kommission dazu auf Nachfrage.
Der Kommissionspräsident unternahm 2009 dem Bericht zufolge 66 Reisen, davon zehn außerhalb der EU. Ingesamt war er 200 Tage unterwegs. Zur Verteidigung der hohen Kosten heißt es weiters, Barroso habe aus Zeitgründen und aus Mangel an Direktverbindungen 23 Mal auf Charterflüge zurückgreifen müssen, wovon vier ins außereuropäische Ausland gingen. "Die EU-Kommission hat eben kein eigenes Flugzeug", meinte Kommissionsprecher Michael Mann gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. "Und Herr Barroso ist der Präsident der Kommission, den alle Welt treffen will."
Ferrero-Waldner reiste um 428.900 Euro
Österreichs Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner muss allein Ressort-bedingt oft auf Reisen. Sie gab 428.900 Euro für 60 Reisen aus, davon 21 ins außereuropäische Ausland - doppelt so viele wie Barroso. Auch das Spesenkonto der Österreicherin war mit 5.000 Euro relativ knapp bemessen. Entwicklungskommissar Louis Michel aus Belgien brauchte für 46 Reisen (davon 18 ins EU-Ausland) 215.000 Euro und 12.000 Euro Repräsentationskosten.
"Sparsamkeitskönig" war der deutsche Industriekommissar Günter Verheugen (SPD), der für seine 65 Reisen rund 122.000 Euro in Rechnung stellte und 10.000 Euro für Repräsentationszwecke.
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