17.01.2019 04:00 |

Es ist noch mehr neu

Neuer 7er-BMW: Das Luxusschiff mit dem Nierentrumm

Kaum haben wir den ersten Schock über die im Internet aufgetauchten Fotos vom neuen 7er-BMW überwunden, kommen auch schon die offiziellen Informationen über Münchens neues Flaggschiff. Und damit auch ebenso offizielle Fotos. Wir beruhigen uns langsam wieder und stellen fest: Der 7er dürfte ein richtig gutes Auto bleiben, sogar noch besser werden - und das Design solcher Schlitten orientiert sich künftig eher am Geschmack der chinesischen Kunden.

Das ist für uns Europäer natürlich schade und unser entsetzter Kommentar zum neuen 7er wird wohl nicht die letzte Brandrede gegen solch optische Beleidigungen sein, die vonseiten der Autohersteller auf die Straßen geschickt werden.

BMW scheint sogar stolz darauf zu sein, dass die Nieren des neuen 7er 40 Prozent größer sind als die des alten und damit kaum noch etwas auf X7-Format fehlt. Außerdem wurde die Fahrzeugfront fünf Zentimeter höher gezogen. Dadurch tritt der BMW bei Weitem massiver auf als früher und befriedigt die Ansprüche an Repräsentierfähigkeit, die in China besonders hoch sind, in besonderem Maße.

Die Scheinwerfer sind im Gegenzug flacher geworden und strahlen künftig grundsätzlich mit adaptivem LED-Licht, Laser-Fernlicht ist optional.

Es seinicht verschwiegen, dass auch das Heck neu gestaltet wurde und ein durchgezogenes LED-Leuchtband unterhalb der Chromspange bekommen hat, das mit dem Tagfahrlicht zusammengeschaltet ist. Über die Form des Hecks wurde in einem Online-Forum gesagt, es wirkt wie eine volle Windel. Falls jemand sich das Heck mal mit diesem Gedanken im Kopf ansehen möchte…

Eine weitere Änderung betrifft die nun senkrechten seitlichen Airblades in den vorderen Kotflügeln und Airbreather in der Front.

Überarbeitete, erweiterte Motorpalette
Bei den Motoren hat sich eine ganze Menge getan. Zum einen werden jetzt auch wieder Benziner angeboten (die waren wegen der WLTP-Umstellung aus dem Programm genommen worden), vor allem aber werden der Plug-in-Hybrid und der Achtzylinder massiv aufgewertet (diese beiden sind auch die einzigen Versionen, die tatsächlich teurer werden).

So wird der 740e zum 745e und hat fürderhin sechs statt vier Zylinder unter der Haube, nämlich den aus dem 740i bekannten Benziner. Damit wird er endlich einen adäquaten Klang aufweisen. Der Vierzylinder war für diese Klasse einfach zu schäbig. Bleibt zu hoffen, dass BMW auch den schon bisher zu kleinen Sprittank vergrößert hat. Performancemäßig macht sich das Upgrade auch bemerkbar: Die Systemleistung beträgt jetzt 394 PS, das -drehmoment maximal 600 Nm und der Sprint auf 100 km/h soll in knapp über fünf Sekunden gelingen. Dank nun12 kWh Batteriekapazität soll der Hybrid-7er jetzt bis 58 Kilometer stromern können.

Ganz neu ist auch der V8, er leistet jetzt nicht mehr 450, sondern 530 PS, wie im BMW M850i. Damit sprintet der BMW 750i in vier Sekunden auf 100 km/h, Allradantrieb ist Serie.

Noch schneller sprintet der M760Li mit seinem V12-Biturbo, der das in 3,8 Sekunden schafft. Das ist sogar eine Zehntelsekunde schneller als früher, obwohl wegen des Einbaus des Otto-Partikelfilters die Leistung von 610 auf 585 PS reduziert wurde. Im Gegenzug stieg aber das maximale Drehmoment von 800 auf 850 Nm.

Bei den Dieselmotoren 730d, 740d und 750d bleiben Leistungseckdaten und Fahrleistungen unverändert, doch wie die Benziner erfüllen diese künftig die Abgasnorm Euro 6d Temp.

Gemäßigte Revolution im Innenraum
Fortschritt verspricht BMW auch für den Innenraum, der unter anderem dank einer besseren Akustikverglasung die Gäste noch besser vor Lärm und Windgeräuschen abschirmt. Eine neue Anordnung der Multifunktionstasten am Lenkrad, eine neu positionierte Ablage mit Induktivladefunktion fürs Smartphone sowie einige verfeinerte Holz- und Leder-Optionen sind weitere Maßnahmen. Ein nunmehr volldigitales Cockpit mit 12,3-Zoll-Display als Kombiinstrument sowie der 10,25-Zoll-Touchscreen für das Infotainmentsystem runden zusammen mit der aktuellen Bedienlogik, neuem Sprachbedienassistent (hey, BMW!) und einem Ausbau automatisierter Fahrkünste wie etwa dem ferngesteuertem Einparken das Maßnahmenpaket ab.

Und hier ist dann eben doch noch eine kleine Revolution im Innenraum: Die Grafik des digitalen Tachodisplays ist die gleiche wie bei 3er, 8er, X5 und X7, das bedeutet: Der Drehzahlmesser läuft gegen den Uhrzeigersinn und der Tacho verkommt zum bloßen Designelement. Das aktuelle Tempo kann man praktisch nur noch an der digitalen Anzeige sinnvoll ablesen,

Wie bisher wird BMW den 7er mit zwei Radständen anbieten. Die Preise ändern sich nur bei den Modellen mit erheblich verbesserter Motorisierung, also 745e und 750i. Eines wird in jedem Fall günstiger: der Preis pro Quadratzentimeter Nierenfläche.

Stephan Schätzl
Stephan Schätzl
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