16.12.2018 13:00 |

Security-Chef sagt:

„Tätliche Übergriffe auf Mitarbeiter nehmen zu“

Das Ausgehviertel rund um die Innsbrucker Bogenmeile ist ein gefährliches Pflaster. Das zeigte nicht nur die tödliche Attacke auf einen Vorarlberger - die „Krone“ berichtete -, sondern das belegen auch die Schilderungen des Chefs einer Security-Firma. Die Anzahl der tätlichen Übergriffe auf sein Team hat zugenommen! 

Unter dem Motto „sicher ist sicher“ bietet die sps-west gmbh diverse Sicherheits- und Servicedienstleistungen in der Landeshauptstadt an. „Seit 2012 betreuen wir diverse Objekte in der Bogenmeile sowie rund um den Hauptbahnhof. In den uns zugewiesenen Räumen sorgen wir im Rahmen des Hausrechtes für das Wohlbefinden und den Schutz der Gäste und Veranstalter“, so David Zieger, Geschäftsführer des sps-west gmbh. 

„Respektlosigkeit ist drastisch gestiegen“
Doch das Arbeitsumfeld habe sich in den vergangenen Jahren zusehends verschlechtert. „Die Respektlosigkeit uns gegenüber ist drastisch gestiegen, Beschimpfungen und Drohungen, teilweise mit Waffen, gehören mittlerweile zum Alltag und auch die tätlichen Übergriffe auf die Mitarbeiter haben stark zugenommen. Es gibt nur wenige Nächte, in denen es völlig ruhig ist“, schildert Zieger.

Schwere Verletzungen
Die Folge von diesen brutalen Attacken auf die Securitys sind schwere Kopf- und Schnittverletzungen, Nasenbeinbrüche, Gehirnerschütterungen und Platzwunden. 

Diese Wende bringt negative Auswirkungen mit sich - vor allem, was die Rekrutierung von Personal betrifft. „Es ist sehr schwierig, Leute für diesen Job zu finden. Denn für die Tätigkeit, die wir leisten, ist das Risiko hoch und die Arbeitsverhältnisse einfach zu herausfordernd“, klärt Zieger auf.

„Keiner gibt Problem zu“
Diese Branche genießt somit keinen guten Ruf - und das, obwohl sie für die Sicherheitsarchitektur der gesamten Stadt unabdingbar ist. „Wenn es kein Security-Personal mehr geben würde, würde man das Dreifache an Polizisten benötigen“, ist der Security-Chef überzeugt.

Sind diese Entwicklungen der Polizei bzw. der Stadt bekannt? „Niemand wird zugeben, welch ein massives Problem wir in den besagten Zonen haben. Laut Statistik ist stets alles im grünen Bereich, das entspricht allerdings nicht der Warheit“, verdeutlicht Zieger.

Ein Problembewusstsein sei zwar vorhanden, doch ausreichend spürbare Unterstützung gäbe es keine. 

„Straftäter tanzen uns auf der Nase herum“
Welche Maßnahmen wären hilfreich? „Die Kooperation mit der Polizei sollte verbessert werden. Rechtlich sind private Securitys derzeit ohne speziellen Schutz. Straftäter tanzen uns auf der Nase herum, weil sie keine Konsequenzen zu befürchten haben - der Rechtsstaat wird ohnehin als zahnlos wahrgenommen“, so Zieger.

Jasmin Steiner
Jasmin Steiner
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