Mi, 23. Jänner 2019

Spender gesucht

10.12.2018 06:00

Plasma rettet Leben!

Bei schweren Verletzungen, Krebs oder Blutgerinnungsstörung - Plasmapräparate stellen heute nicht nur die Standardtherapie auf der Intensivstattion dar, sie sind auch für viele andere Erkrankte überlebenswichtig

Ohne Blutplasma wäre ich heute nicht mehr am Leben„, erzählt Karin Modl, Obfrau von ÖSPID - Österreichische Selbsthilfe für primäre Immundefekte. Als Kind häufig krank, musste sie immer wieder schon wegen Erkältungen ins Spital. Doch es dauerte 38 Jahre, bis schließlich ihr angeborener Immundefekt entdeckt wurde. Seither erhält sie regelmäßig Blutplasmapräparate und kann heute ein normales Leben führen. Dabei weist Karin Modl darauf hin, dass jeder irgendwann in seinem Leben auf eine Spende angewiesen sein kann.

Blutplasma ist nicht nur vielseitig einsetzbar, sondern wird auch permanent benötigt. Derzeit brauchen allein in Österreich 180.000 Patienten diesen lebensrettenden „Saft“. Plasmapräparate gehören heute zu den Standardarzneimitteln auf Intensivstationen. Neue Behandlungsmöglichkeiten in der Onkologie sorgen dafür, dass der Bedarf steigt. Zudem gibt es eine Reihe von seltenen Erkrankungen, bei denen bestimmte im Plasma vorkommende Proteine vom Körper nicht oder nur unzureichend produziert werden.

Auch bei Leberleiden wird Plasma eingesetzt
“Solche Mängel führen in der Regel zu schweren chronischen Erkrankungen, die oft lebensbedrohend sind, wenn sie nicht behandelt werden„, sagt Univ.-Prof. Dr. Elisabeth Förster-Waldl, Fachärztin für Klinische Immunologie, Kinder- und Jugendheilkunde, Leiterin des Center for Congenital Immunodeficiencies an der MedUni Wien. “Darüber hinaus werden Arzneimittel aus Plasma auch bei Blutverlust durch große Verletzungen, bei Lebererkrankungen, schweren Infektionen, neurologischen Leiden, onkologischen und Autoimmunerkrankungen oder bei Blutgerinnungsstörungen eingesetzt„, erklärt Prof. Förster-Waldl. 

Großer Dank an die freiwilligen Spender
Da Plasmapräparate nicht synthetisch hergestellt werden können, muss man auf Spenden zurückgreifen. “Den Menschen, die dafür ihr Plasma hergeben, kann gar nicht genug gedankt werden. Es muss in unserem Land daher alles unternommen werden, um das gegenwärtig hohe Spendenaufkommen sowie die Motivation zu erhalten„, erklärt Dr. Matthias Gessner, Vorsitzender der IG Plasma. Um beispielsweise die Behandlung eines Immundefekt-Patienten für ein Jahr zu gewährleisten, benötigt man bis zu 130 Spenden.“Aktuell werden weltweit rund 42 Millionen Liter Plasma im Jahr gespendet, wobei etwa fünf Millionen davon in Österreich in sogenannten Fraktionieranlagen direkt zu Arzneimitteln verarbeitet und anschließend international exportiert werden„, erklärt DI Karl-Heinz Hofbauer, Mitglied der Pharmig-Arbeitsgruppe “Standort„ und Leiter der Produktionsbetriebe von Shire in Wien.

Etwa 40 Prozent müssen importiert werden
Vom weltweit aufgebrachten Plasma stammen zurzeit nur rund 8 Millionen Liter aus der EU. Für den Arzneimittelbedarf in der EU werden hingegen 12 Millionen benötigt. Das bedeutet, dass mindestens 40 Prozent dieses Bedarfs größtenteils aus den USA importiert werden. Österreich hat eine Vorbildfunktion bei der Plasmaspende. Zudem finden mehr als 10 Prozent der weltweiten Verarbeitung dieses Stoffes hierzulande statt. “Das ist eine echte Erfolgsgeschichte. Österreich war und ist ein Vorreiter in der Produktion von Arzneimitteln aus Blutplasma. Es kann letztlich jeden von uns treffen, dass wir auf Plasmaproteine angewiesen sind", betont DI Hofbauer.

Karin Rohrer-Schausberger, Kronen Zeitung

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