„Kinder in U-Haft“:

Kautionsgauner erbeutete von Linzerin 50.000 Euro

Neuerlich warnt die Polizei eindringlich vor sogenannten Kautionsgaunern, nachdem solche Täter in Linz von einer 80-jährigen Pensionistin 50.000 Euro erbeutet hatten. Ein Anrufer hatte behauptet, sie müsse diese Summe in bar bezahlen, damit ihre beiden Kinder aus der U-Haft frei gelassen würden.

Das betagte Opfer glaubte dem Anrufer, der sich als Kriminalbeamter ausgab und ihr mitteilte, dass sich ihre beiden Kinder in U-Haft befinden. Für ihre Freilassung müsse sie eine Kaution in Höhe von 50.000 Euro bar bezahlen, ein Mitarbeiter würde das Geld abholen.

Täter verschwand rasch mit der Beute
Die 80-Jährige durchschaute den Betrug nicht, behob in zwei Raten bei ihrer Bank 50.000 Euro und übergab das Geld Donnerstag gegen 11.30 Uhr einem ihr unbekannten Mann. Als dem Opfer schließlich Bedenken kamen und es Anzeige erstattete, war der Täter samt der Beute längst verschwunden. Die Linzerin beschreibt den Geldabholer als südländischen Typ, etwa 50 jahre alt und mollig. Er trug eine gelbe Daunenjacke.

Die Polizei gibt Tipps, wie man sich und Familienmitglieder vor solchen Gaunern schützen kann:

• Sprechen Sie mit ihren betagten Verwandten über diese Trickbetrüger und warnen sie ihre Verwandten vor derartigen Vorgehensweisen. Infos dazu gibt es auf der Webseite des Bundeskriminalamtes:https://www.bundeskriminalamt.at/202/Betrug_verhindern/start.aspx

• Sofort auflegen, wenn ein unbekannter Anrufer von einem Geld fordert. Um sich vor Betrügern am Telefon zu schützen, soll man sich gar nicht erst auf ein Gespräch einlassen, sondern am besten sofort auflegen. In dem Moment, wo man sich auf den Anrufer einlässt, wird es schwer. Die Person am Ende der Leitung ist gut geschult und darauf trainiert, einen bei der Stange zu halten. Sie wissen genau, wie sie jemanden ködern können.
• Am Telefon weder Details zu  finanziellen noch zu familiären Verhältnissen bekannt geben.
• Niemals Geld an unbekannte Personen übergeben.
• Ältere Menschen sollten sich am Telefon nicht verunsichern oder unter Druck setzen lassen. Im Zweifelsfall Familienangehörige oder die nächste Polizeiinspektion kontaktieren.

Johann Haginger, Kronen Zeitung

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