Mo, 19. November 2018

Theatervertrag

09.11.2018 15:00

Intendant Schneider warnt vor „Kollateralschaden“

Jedes Jahr steht der Theatervertrag zwischen Land  und Stadt Linz zur Diskussion. Noch nie ist es zur Auflösung gekommen. Heuer ist es anders: „Ich vermute, dass mehr dahinter ist“, sagt Landestheater-Intendant Hermann Schneider. Steigt Linz aus der Mitfinanzierung des Theaters aus, entstehe ein „Kollateralschaden“.

Bürgermeister Klaus Luger stellt den Theatervertrag in Frage: „Ich bin entsetzt, dass keiner mit uns gesprochen hat“, beklagt Hermann Schneider den fehlenden Dialog zwischen Politik und Theater: „Wir hätten gemeinsam Wege überlegen können, wie man das kulturpolitisch und finanziell neu sortieren kann.“

Unkultur
Momentan beteiligt sich die Stadt Linz an der Finanzierung von Landestheater und Bruckner Orchester mit 14 Millionen. Im Gegenzug unterstützt das Land mit sieben Millionen Euro die städtische LIVA. Eine Aufkündigung der Vereinbarung löse einen „Kollateralschaden“ aus. Das Land würde aus der LIVA aussteigen: „Hier wird einer Unkultur Rechnung getragen. Ich appelliere an den Gemeinderat, aus dem Parteizwang bei der Abstimmung am 6. Dezember auszusteigen und sich zu widersetzen!“ Eine Auflösung stelle die stolz beschworene „Kulturhauptstadt Linz“ in Frage.

Kulturholding
Mehr als nur Theaterdonner löste die Ankündigung auch bei den Gemeinderatsparteien aus. Zustimmung gab es nur von der FPÖ. Vizebürgermeister Bernhard Baier und Kulturstadträtin Doris Lang-Mayerhofer (beide ÖVP) sprechen von „Kirchturmdenken“ und fordern: „Die Zusammenarbeit von Stadt und Land in Form einer Kulturholding ist längst überfällig.“

Neue Bühnentechnik
Das Landestheater hat seit den Sparbeschlüssen im Jahr 2017 ohnehin mit der laufenden Finanzierung zu kämpfen: „Wir konnten durch Aufschiebung von Investitionen, die Etatabsenkung kompensieren. Doch nun geht das nicht mehr.“ Schneider trifft sich bereits regelmäßig mit dem designierten kaufmännischen Direktor Thomas Königstorfer: „Wir arbeiten fieberhaft an Szenarien. Konkret muss die 40 Jahre alte Bühnentechnik im Schauspielhaus erneuert werden. Das kann nicht mehr hinausgeschoben werden. “

Elisabeth Rathenböck, Kronen Zeitung

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