Premiere im Phönix:

„Der letzte Raucher“ muss auf den Theaterbalkon

Endlich darf hemmungslos geraucht werden! Aber: „Der letzte Raucher“ im Linzer Theater Phönix steckt sich seine Glimmstängel in einer Raucherkabine an. Die Schwaden dringen nicht ins Publikum. Die Komik, die das Solostück in sich hat, ruft einige Lachwolken hervor. David Fuchs spielt wirklich genial!

Spätestens seit dem Rauchervolksbegehren ist Rauchen in öffentlichen Räumen in Verruf geraten. Und bei privaten Partys? Der letzte Raucher, toll gespielt von David Fuchs, steigt lieber gleich auf den Balkon hinaus. Der Haushalt vom Partyfreund ist nämlich zum Nichtraucher-Kammerl geworden, da bleibt dem passionierten Süchtler nichts anderes übrig, als an der frischen Luft Zigarettenrauch einzuatmen. Doch dann geht der Freund weg, die Balkontür bleibt zu. Mit 27 Zigaretten Vorrat beginnt der Held zu sinnieren. Er plaudert über die Macht jener, die dem blauen Dunst entkommen sind, über Romeo und Julia am Balkon, über Dampfen, Erotik, leere Packungen, die Zigarette danach, die Doppelbödigkeit der politischen Korrektheit und die Idee vom Aufhören.

Begabter Solist
Das Stück folgt einem Buch von Mark Kuntz, für die Bühne hat es Kai-Uwe Holsten als teils witzigen, teils banalen Monolog aufbereitet. David Fuchs, der sich übrigens als höchst begabter Bühnensolist vorstellt, arbeitete mit Regisseur Erik Etschel zusammen. Gerald Koppensteiner machte aus dem Phönix-Beisl eine interessante Bühne. Entstanden ist ein kurzweiliges Stück, in dem geraucht wird, allerdings in einer Raucherkabine mit Glasfront, sodass der Publikumsraum „clean“ bleibt. Fazit: Die Relevanz der Inhalte, die da zu hören sind, bleibt teilweise auf der Strecke. Inszenierung und Spiel sind gut geraten!

Elisabeth Rathenböck/Kronenzeitung

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