Mit Sonde erfasst

Projekt zeigt: Villach noch immer erhöht verstrahlt

Kärnten
12.01.2010 16:41
Wusstest du, dass es im Gailtal Gold gibt? Oder dass Villach 23 Jahre nach dem Super-Gau in Tschernobyl noch immer erhöht verstrahlt ist? Zu diesem Ergebnis kam ein „Aerophysik“-Projekt, das nun offiziell präsentiert wird.

Mit Militärhubschrauber und einer torpedoähnlichen Sonde waren Experten der Geologischen Bundesanstalt zwischen 2003 bis 2006 im Gailtal unterwegs und suchten aus der Luft nach Rohstoffen, Altlasten sowie Erdbewegungen. 

Dabei kartographierte das Team rund um Leiter Klaus Motschka etwa, wo Wildbäche, die natürlich vorkommenden, radioaktive Elemente wie Uran, Kalium und Thorium ins Gailtal schwemmen oder die Bleivorkommen in Reisach.

Strahlung in Villach
Auffällig erhöht Cäsium-Messwerte wurden im Villacher Becken aufgezeichnet. „Das radioaktive Isotop stammt von der Atomkatastrophe in Tschernobyl. Es besteht aber keine Gefahr“, erklärt Motschka, der mit der gelben, sechs Meter langen und 150 Kilogramm schweren Sonde, die unter einem Hubschrauber montiert ist, zu diesem Ergebnis kam.

Außerdem wurde festgestellt, dass die Berghänge von Hermagor in Richtung Gitschtal in Bewegung sind. Motschka: „Hier rutscht es ein wenig!“  

Mehr Ergebnisse vom Projekt „Aerophysik“ gibt’s im Rahmen des „GeoPark Karnische Alpen“ am Dienstag, dem 19. Jänner, um 19 Uhr, bei freiem Eintritt im Kultursaal in Dellach/Gailtal zu sehen.

von Hannes Wallner, "Kärntner Krone"

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