Das Internet spuckt nicht viel aus über diesen Christophe Pellet, dessen Monolog „Der Vortrag“ Gerhard Willert ins Deutsche übersetzt und im Linzer Theater Phönix als deutschsprachige Erstaufführung inszeniert hat. Fast möchte ich schreiben: ein „echter Willert“. Sehr kopflastig, sehr intensiv - und eindeutig zu lang.
Aber gerade weil’s so ausufernd ist, wird die Bewunderung für Bastian Dulisch im Laufe des Abends immer größer. Wie der sich diese gallige Textwurst einverleibt und in mehr oder weniger genießbaren Häppchen wieder ausspuckt, ja ausschwitzt, ist famos.
Schmerzensmänner
Der Monolog erzählt von einer gescheiterten (französischen) Theaterexistenz. Der Redner hatte eigentlich die Flucht nach Berlin ergriffen, aber weil ihm dort das Geld ausging, kehrt er für einen (Theater-)Vortrag zurück nach Frankreich. Dort erhebt sich schließlich ein schier endloses, galliges Lamento, das zwischen „Pferdewuast“, den Erinnerungen an eine verstorbene Freundin und den „Schmerzensmännern am Regiepult“ herumgeistert. Umrankt von einer ordentlichen Portion Selbstmitleid. Während es „Der Vortrag“ wohl nicht in meine Top-Five-Liste schaffen wird, kann ich den Abend dank Bastian Dulisch dennoch wärmstens empfehlen: weitere Vorstellungen am 18. Dezember und am 12. Februar.
Milli Hornegger/Kronenzeitung
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