22.10.2018 13:08 |

Blick in die Zukunft

Wie wir 2050 autonom fahren - oder auch nicht

Je nach Straßentyp kommt das autonome Fahren früher oder auch viel später, als mancher erwartet. Wenn ab 2020 Automatisierungsfunktionen für den Autobahnverkehr angeboten werden, könnten bis 2050 dort etwa 40 Prozent aller gefahrenen Kilometer automatisiert absolviert werden. Zu diesem Schluss kommt das Beratungsunternehmen Prognos bei einer Analyse im Auftrag des ADAC.

In der Stadt und auf dem Land hingegen wird die Automatisierung in gut 30 Jahren den Prognosen zufolge noch nicht besonders weit fortgeschritten sein: Im urbanen Raum soll knapp jede fünfte Fahrt automatisch stattfinden, auf Landstraßen nur knapp vier Prozent. Im Schnitt werden 2050 knapp zwanzig Prozent aller Fahrleistungen automatisiert erbracht. Bei dieser Einschätzung handelt es sich um das optimistische Szenario; die pessimistische Berechnung geht nur von einem Zehntel der Fahrten aus.

2050 wird etwa die Hälfte der Fahrzeuge über eine Automatisierungsfunktion verfügen, so die Analyse weiter. In den meisten Fällen wird diese jedoch nur auf Autobahnen nutzbar sein. Entsprechende Systeme für Landstraßen sollen erst gegen 2040 verfügbar sein. Eine signifikante Durchdringung mit Fahrzeugen, die im gesamten Netz automatisiert fahren könnten, sei erst nach 2050 zu erwarten, so die Studien-Ersteller.

Da vor allem auf Landstraßen schwere Unfälle passieren, ist das Potenzial des automatisierten Fahrens für die Verkehrssicherheit bis dahin geringer, als allgemein erwartet wird. Nach Angaben von Prognos werden zunächst am ehesten Sachschäden vermieden. Von einer deutlichen Verringerung der Getötetenzahlen durch Automatisierung geht die Studie demnach zu diesem Zeitpunkt noch nicht aus. Trotzdem können sicherheitsorientierte Assistenzsysteme wie Notbrems- und Spurhalteassistenten schon heute deutliche Verbesserungen bewirken.

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