Idealer Nährboden

Jemen ist die neue Hochburg der Al Kaida

Ausland
30.12.2009 12:37
Der gescheiterte Anschlag auf einen US-Airbus hat den Blick der Weltöffentlichkeit auf den Jemen gelenkt. Dabei ist das Land auf der arabischen Halbinsel schon länger als neue Hochburg der in Afghanistan und Pakistan militärisch unter Druck geratenen Al Kaida (im Bild ein Ausschnitt aus einem Propaganda-Video) im Visier der US-Geheimdienste. Diese sind besorgt über die wachsende Stärke der Organisation, weshalb Präsident Obama in aller Stille die Unterstützung für den Jemen verstärkt hat.

Die Al Kaida hat sich mittlerweile zu dem vereitelten Anschlag des 23-jährigen Nigerianers Umar Farouk Abdulmutallab bekannt, der am ersten Weihnachtstag einen Airbus der US-Gesellschaft Nordwestern Airlines kurz vor der Landung in Detroit in die Luft sprengen wollte. Der von Mitreisenden und Besatzungsmitgliedern überwältigte Afrikaner hat ausgesagt, den Sprengstoff von Al Kaida im Jemen erhalten zu haben.

Mit weiteren Anschlägen gedroht
Die Extremistenorganisation hat in ihrer Selbstbezichtigung weitere Anschläge angedroht. Damit sollten Angriffe auf militante Gruppen in dem Land vergolten werden. In den vergangenen Wochen hatten sich die USA wiederholt an Einsätzen der jemenitischen Regierung gegen die Extremisten beteiligt, bei denen auch Zivilisten getötet worden waren. Die jemenitische Regierung hält die US-Unterstützung im Kampf gegen Al Kaida allerdings für unzureichend. Sein Land benötige weitere Hilfen bei der Ausbildung von Anti-Terror-Experten und mehr Ausrüstung, forderte Außenminister Abubakr al-Kirbi. Schließlich könnten bis zu 300 Al-Kaida-Kämpfer in seinem Land Unterschlupf gefunden haben.

Ex-Guantanmo-Insasse hält die Fäden in der Hand
Als Kopf der Al Kaida auf der arabischen Halbinsel gilt inzwischen der Saudi-Araber Saeed al-Shehri. Er ist ein alter Bekannter der USA, saß er doch bis November 2007 im umstrittenen Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba ein. Erschwerend für die USA kommt hinzu, dass unter den 198 Guantanamo-Häftlingen, die Obama freilassen will, 91 Jemeniten sind. Die oppositionellen Republikaner haben den Präsidenten deswegen aufgerufen, die Entlassung von Gefangenen in unsichere Länder wie den Jemen zu unterlassen.

Krisengebeutelter Jemen als idealer Nährboden für die Al Kaida
Bisher sorgte das für seine Naturschönheiten und Baukultur bekannte Land vor allem durch Entführungen ausländischer Touristen für Negativschlagzeilen. Bürgerkrieg und die allgemeine Gesetzlosigkeit haben US-Regierungsvertretern zufolge den Jemen zu einem idealen Nährboden für die Al Kaida gemacht. "Das hat sich über mehrere Monate entwickelt", beschreibt ein Anti-Terror-Experte die wachsende Stärke der Extremisten. Sie hätten den Jemen und Saudi-Arabien ins Visier genommen. "Aber es gibt Hinweise, dass sich Al Kaida im Jemen mehr auf weltweite als auf regionale Ziele konzentriert, und das ist sehr besorgniserregend."

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