Großbank verklagt

Anlage angepriesen – und auf deren Ausfall spekuliert

Ausland
29.12.2009 22:19
Der Pensionsfonds Virgin Islands hat die US-Bank Morgan Stanley wegen eines Geschäfts mit Hypothekenkrediten verklagt. Laut den am Dienstag veröffentlichten Gerichtsunterlagen wirft der Fonds dem Institut vor, Investoren die riskanten Wertpapiere in Höhe von 1,2 Milliarden Dollar (831 Millionen Euro) schmackhaft gemacht zu haben, zugleich aber darauf spekuliert zu haben, dass diese ausfallen.

Die "New York Times" hatte berichtet, dass Goldman Sachs und die Deutsche Bank ähnliche Geschäfte getätigt haben sollen. Der Kongress und die Aufsichtsbehörden SEC und Finra hätten bereits Ermittlungen aufgenommen.

Der Klageschrift von Virgin zufolge hat Morgan Stanley mit den Ratingagenturen Moody's und Standard & Poor's zusammengearbeitet, um die Bestnote AAA für die sogenannten Collateralized Debt Obligations (CDO) (besicherte Schuldverschreibungen) aus dem Jahr 2007 zu erhalten. Die CDOs waren demnach aber von minderer Qualität und enthielten unter anderem Sicherheiten des Hypothekenfinanzierers New Century Financial, der wenig später pleiteging. Der Fonds wirft Morgan Stanley vor, die Bank habe gewusst, dass die CDOs weit riskanter waren als es das Rating vermuten ließ. Morgan Stanley habe darauf gewettet, dass das ganze Investment fehlschlage. Dieses Ziel habe die Bank erreicht.

Morgan Stanley schweigt zu Vorwürfen
Das Geldinstitut wollte zu dem Fall keine Stellungnahme abgeben. Moody's und S&P, die in der am 24. Dezember in New York eingereichten Klage nicht als Beschuldigte aufgeführt werden, äußerten sich ebenfalls nicht.

Strukturierte Hypothekenpapiere waren ein Auslöser der Kreditkrise, denn zunehmend wurden in den USA auch Hypotheken von Schuldnern mit schlechter Bonität verbrieft. Mit dem Platzen der Immobilienblase in den USA wurden diese dann plötzlich wertlos.

Zusammengebrochene Bank Lehman zahlt elf Millarden Dollar
Nur kurze Zeit nach Bekanntwerden der Klage gegen Morgan Stanley verlautete, dass die zusammengebrochene Bank Lehman Brothers nach einer Einigung mit ehemaligen Kunden Einlagen in Höhe von rund elf Milliarden Dollar (7,62 Milliarden Euro) zurückzahlen wird. Mehr als 90 Prozent der Betroffenen, vornehmlich Hedge-Fonds, hätten dem im November vorgelegten Plan zugestimmt, teilte der Insolvenzverwalter PricewaterhouseCoopers am Dienstag mit. Die Rückzahlung solle bis März 2010 erfolgen. Hunderte Hedge-Fonds konnten nach dem Zusammenbruch von Lehman im September 2008 nicht mehr auf ihre Einlagen zugreifen.

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