Bereits dritte Panne

Mutter bekam Gerichtsvorladung für toten Sohn!

„Ich verstehe nicht, was das soll. Mein Sohn ist seit 14 Monaten tot, und trotzdem habe ich seither dreimal vom Gericht RSa-Briefe für ihn bekommen. Das tut mir weh, reißt jedes Mal kaum vernarbte Wunden auf“, ärgerte sich eine Mühlviertlerin. Sie wundert sich, dass die Justiz trotz Digitalisierung solche Fehler macht.

Ihr 19-jähriger Sohn war am 7. Juli 2017 gestorben, unter Drogeneinfluss an Erbrochenem erstickt. Sein Tod sorgte für Schlagzeilen, denn zwei „Freunde“ versuchten, die Mutter zu erpressen, forderten 500 Euro, damit sie den Leichen-Fundort auf einem Dachboden in Linz-Urfahr bekannt geben - wir berichteten damals.

14 Monate vergangen
Seither sind 14 Monate vergangen, doch die Mühlviertler Mutter hat noch immer keine Ruhe: „Im Oktober 2017 hat mein Sohn den ersten Brief von der Staatsanwaltschaft Linz bekommen. Damals ging es um den Ablauf der Probezeit beim Führerschein. Ich hab mir damals gedacht, er wird noch nicht aus dem System genommen worden sein.“

Doch das war ein Irrtum: Im Mai kam ein RSb-Brief vom Landesgericht Wien. Ihr toter Sohn sollte gegen einen Dealer aussagen.

Brief ans Landesgericht
„Ich hab dem Landesgericht Wien schriftlich mitgeteilt, dass mein Sohn verstorben ist, und darauf hingewiesen, dass die Akten in Linz anzufordern sind“, erzählt die genervte Mutter.

Drittes Einschreiben
Jetzt, im September, trudelte erneut ein RSa-Brief ein, diesmal vom Bezirksgericht Linz. Die Mutter: „Wieder muss ich eine Mitteilung machen, dass mein Sohn bereits verstorben ist. Es ist schon schlimm genug, unter welchen Umständen das Ganze passiert ist. Aber so wird jedes Mal die Wunde wieder aufgerissen. Ab wann wird in unserem digital vernetzten System ein Verstorbener von den Behörden denn als tot registriert?“

Christoph Gantner, Kronen Zeitung

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Dienstag, 30. November 2021
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