Tipps vom Experten:

Bei Tierangriffen hilft meist nur rasche Flucht

Oberösterreich
16.09.2018 14:30
Porträt von krone.at
Von krone.at

Wanderer werden auf Almen plötzlich von Kühen angegriffen, Wespenschwärme stechen zu, in Micheldorf wurde jüngst ein Pensionist von einem Widder attackiert. Was aber tun, wenn es zu solchen Tierangriffen kommt? Wie reagieren, wenn ein Wolf am Weg steht? Der aus Linz stammende Verhaltensforscher Universitätsprofessor Kurt Kotrschal hat da einige Tipps parat.

Im Herbst ist die Gefahr, Opfer von Tierattacken zu werden, besonders groß. Denn beim Wandern oder Biken dringen Menschen oft zu direkt in tierisches Territorium ein, das diese dann oft aggressiv verteidigen. Hier die Tipps des Verhaltensbiologen Kurt Kotrschal, der auch die Mensch-Tier-Beziehung erforschte:

Kuh: „Das sind sensible Wesen, man darf sie bei der Wanderung über Almen keineswegs ärgern, soll nicht versuchen, sie zu streicheln. Aggressiv reagieren sie meist auf Hunde. Wenn sich die Kuh mit gesenktem Kopf nähert, Hund von der Leine lassen und Deckung suchen. Wenn die Kuh rennt, bleibt nur eins: auch rennen.“

(Bild: Christof Birbaumer)

Widder: „Diese werden oft gefährlich, wenn sie von Menschen aufgezogen werden. Sie werden aggressiv, weil sie uns für Artgenossen halten, ihre Stellung behaupten wollen. Das gilt auch für andere handaufgezogene Tiere wie Rehe. Bei Angriff in Deckung gehen.“

Hund: „Ist er in Angriffsstellung, dem Tier nicht in die Augen starren und sich nicht groß machen, sondern vorsichtig zurück ziehen.“

Wolf: „Wenn man einen am Weg sieht, zuerst einmal freuen - wenn er nicht weggeht, groß machen,  Steine oder Äste werfen, um das scheue Tier zu vertreiben.“

Wespen: „Diese sterben im Spätherbst, stechen jetzt besonders gerne. Es werden jetzt junge Königinnen herangezüchtet, da sind sie bei der Futtersuche aggressiv. Wenn sie angreifen, nicht herumschlagen, sondern rennen - am besten im Zickzack, das verwirrt sie, weil sie sich sich immer wieder neu orientieren müssen.“

Prinzipiell gilt: allen Tieren, besonders in der Wildbahn, mit Vorsicht und nötigem Respekt begegnen!

Johann Haginger/Kronen Zeitung

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