30.08.2018 06:30 |

Maduro an Geflohene:

„Hört auf, im Ausland Toiletten zu putzen!“

Hunderttausende Venezolaner sind bereits vor dem Elend und der Unterdrückung in ihrer Heimat geflohen. Experten sprechen von der wohl größten Flüchtlingskrise in der Geschichte Lateinamerikas. Mindestens 1,6 Millionen Menschen haben nach Angaben der Vereinten Nationen das Land verlassen. Präsident Nicolas Maduro sieht hinter der Massenflucht aber eine „Manipulation“ durch die konservative Opposition und ruft seine geflüchteten Landsleute auf, wieder heimzukehren. „Hört auf, im Ausland Toiletten zu putzen, und kommt nach Hause!“, sagte der sozialistische Staatschef in einer im Fernsehen und Radio übertragenen Rede am Mittwoch.

Maduros Kommunikationsminister präsentierte gleichzeitig alternative Fakten zur Flüchtlingskrise: Venezolanische Botschaften weltweit würden mit Anfragen von Staatsbürgern überschwemmt, die heimkehren wollen. Die Regierung wolle diese aber nicht veröffentlichen - aus Angst vor „Vergeltung gegen die Venezolaner, die eine Rückführung anstreben“.

Maduro beklagt „Rassismus und Versklavung“ in Peru
Maduro übte scharfe Kritik an dem Aufnahmeland Peru, wo derzeit mehr als 400.000 Venezolaner leben. Diese sähen sich dort mit „Rassismus, Verachtung, wirtschaftlicher Verfolgung und Versklavung“ konfrontiert.

Venezuela steckt infolge von Ölpreisverfall und Misswirtschaft in einer tiefen Wirtschaftskrise. Hyperinflation, Knappheit bei Nahrungsmitteln und Medikamenten sowie Engpässe bei der Strom- und Wasserversorgung machen vielen Venezolanern zu schaffen. Die Opposition macht Maduro verantwortlich und wirft ihm vor, die Demokratie in Venezuela auszuhebeln. Maduro fährt einen scharfen Kurs gegen Oppositionelle und ließ in den vergangenen Wochen Dutzende Regierungskritiker festnehmen.

Kolumbien vergleicht Flüchtlingsstrom mit Situation in Syrien
Die kolumbianische Regierung vergleicht die Massenflucht aus dem Nachbarland bereits mit der Lage im Bürgerkriegsland Syrien und bittet um internationale Hilfe. „Sie kommen in einem Umfang vergleichbar mit Syrien - und jeden Tag werden es mehr“, sagte Außenminister Carlos Holmes Trujillo am Mittwoch im Parlament.

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