Intimste Fragen
EU-Parlament erstellt Dossiers über Mitarbeiter
Ausland
16.12.2009 09:48
In der Debatte über Datenschutz für Arbeitnehmer gerät nun auch das Europäische Parlament in Erklärungsnot. Laut der "Berliner Zeitung" lässt die Verwaltung neuerdings detaillierte Dossiers über den Gesundheitszustand der rund 1.500 Parlaments-Assistenten erstellen, bei denen es sich meist um junge Uni-Absolventen handelt, die für begrenzte Zeit an der Seite eines Volksvertreters arbeiten.
Ein Parlamentssprecher bestätigte dem Bericht zufolge, dass sich die Mitarbeiter seit einigen Monaten einer standardisierten Pflichtuntersuchung für EU-Beschäftigte unterziehen müssen. In deren Verlauf stellt der Arzt zum Teil intimste Fragen, die in keinerlei Zusammenhang zur künftigen Tätigkeit stehen. Betroffen seien auch Assistenten, die nur einen Ein-Jahres-Vertrag erhalten.
Blutdruck, Krebs, Geisteskrankheiten
So sollen die Berufsanfänger unter anderem mitteilen, ob Verwandte an hohem Blutdruck, Krebs oder Geisteskrankheiten leiden. Auch nach Besuchen bei einem Neurologen, Psychiater, Psychoanalytiker oder Psychotherapeuten wird gefragt. Gegebenenfalls sollen Name und Anschrift des Spezialisten genannt werden.
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