„Irritierend“ nennt die Präsidentin der Österreichischen Universitätenkonferenz (uniko) Eva Blimlinger „Zurufe der Landespolitik“ nach Wien und „belanglos“ die Argumente für ein höheres JKU-Budget. LH Thomas Stelzer will die seltsame Rüge gar nicht direkt kommentieren, er betont aber: „Natürlich kämpfe ich vehement für eine starke JKU Linz!“ Er bekräftigt, dass Oberösterreich dafür die Unterstützung des Bundes brauche.
Vorige Woche ( 17. August) haben sich ÖVP-Regierungsmitglieder und Interessensvertreter für eine deutliche Aufstockung des Budgets der Linzer Uni eingesetzt, mit Rektor Meinhard Lukas an ihrer Seite. Frau Blimlinger, die Präsidentin der Österreichischen Universitätenkonferenz, hält nichts von den dabei vorgebrachten Argumenten.
Milchmädchen mit Muskeln
Die Präsidentin sagt (Langfassung hier): „Eine Bezugnahme auf Oberösterreichs Anteil am Bruttoinlandsprodukt hat für die kommenden Verhandlungen der Leistungsvereinbarungen zwischen den 21 Universitäten und dem Wissenschaftsministerium ebenso wenig Relevanz wie etwa der Hinweis auf den Fachkräftemangel.“ Bei der Vergabe der Universitätsbudgets 2019 bis 2021 zählten „keine Milchmädchenrechnungen oder Föderalismusmuskeln“, sondern die tatsächlichen prüfungsaktiven Studierendenzahlen.
Der Konter des Rektors
Rektor Lukas kontert so: „Ich kann die Kritik der Uniko-Präsidentin nicht nachvollziehen. Öffentlich finanzierte Universitäten haben selbstverständlich eine Verantwortung für ihren Standort.“ Und weiter sagt er: „Die JKU nimmt ihre Verantwortung mit der Agenda +25 wahr: 25 Prozent mehr aktive MINT-Studierende bedeuten entsprechend mehr Absolventen. Mehr aktive Studierende rechtfertigen aber auch ein höheres Budget. Unsere von Land, Stadt, Industrie und Wirtschaft unterstützte Agenda trifft daher gerade den Kern der neuen Universitätenfinanzierung."
LH Stelzer stellt sich hinter die JKU
Umgekehrt hat auch der Standort Oberösterreich Verantwortung für seine Uni und nimmt sie auch wahr LH Stelzer sagt: „Als Landeshauptmann von Oberösterreich kämpfe ich natürlich vehement für eine starke JKU Linz, weil sie eine zentrale Rolle in der Frage spielt, wie gut sich der Wirtschafts- und Arbeitsmarktstandort Oberösterreich entwickelt.“
Viel Landesgeld im Spiel
Der ÖVP-Politiker appelliert an den Bund: „In den letzten Jahren haben wir in Oberösterreich viel Geld - etwa für die Mitfinanzierung der medizinischen Fakultät - in die Hand genommen, obwohl wir nicht zuständig sind und wir mussten uns viel erkämpfen. Auch und gerade weil Oberösterreich ein wirtschaftlich erfolgreiches und finanzstarkes Bundesland ist, brauchen wir die Unterstützung des Bundes. Ein starker Standort Oberösterreich nutzt ja auch der wirtschaftlichen Entwicklung der Republik."
Werner Pöchinger, Kronen Zeitung
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