Mi, 14. November 2018

Prozess um Ausraster

21.08.2018 06:20

Hüne strippte nach der Verhaftung

„So etwas habe ich noch nie gesehen“, kommentierte am Montag eine Richterin des Landesgerichts den Gerichtsakt bezüglich eines jungen obdachlosen Deutschen. Als ihm aufgrund seiner Verhaftung der Hund weggenommen wurde, zog er sich nackt aus, beschmierte die Zelle mit Kot und sorgte auch noch für verletzte Polizisten.

Beim Prozess, nach drei Monaten U-Haft und ohne Alkoholeinfluss, gab sich der vollbärtige Hüne geläutert. Mit leiser Stimme gab er die Vorwürfe zu, teils erinnerte er sich nicht mehr. Was war passiert? Nachdem der Deutsche mit zwei Kumpanen im Mai in der Innsbrucker Maria-Theresien-Straße 10 € erbettelt hatte, investierte man das Geld prompt in eine Flasche Amaretto. „Da kippte plötzlich die Stimmung“, erzählte ein Freund des Angeklagten, „und er schlug mir ohne Grund mit der Faust sechsmals ins Gesicht und zerbrach mein Handy.“ Beim anderen Kollegen wackelten nach Schlägen des Hünen mehrere Zähne.

Flasche Alkohol als Auslöser
Alarmierte Polizisten nahmen den Übeltäter fest, auch das ging nicht ohne Blessuren für die Beamten ab. „Der Angeklagte täuschte dann vermutlich eine Ohnmacht vor, wir ließen ihn in die Klinik einliefern“, schilderte ein Polizist als Zeuge. Doch nur eine Stunde später war der Mann wieder quicklebendig, steuerte auf der Suche nach seinem geliebten Hund die Polizeidirektion in der Kaiserjägerstraße an und riss dort die Eingangs-Glastür aus der Verankerung!

Zelle mit Kot beschmiert
Neuerlich wurde der Mann überwältigt und zog sich dann in der Zelle nackt aus („weil ich glaubte, dass ein Nackter weniger hart angefasst wird“). In seiner Wut beschmierte der Hüne dann die Überwachungskamera in der Zelle und auch die Wände mit seinem Kot.

Haftstrafe verhängt
Das Urteil für versuchten Widerstand gegen die Staatsgewalt, schwere Körperverletzung und Sachbeschädigung lautete auf zwölf Monate Haft. Zwei Polizisten wurden je 300 € Schmerzensgeld zugesprochen (wohl uneinbringlich). Der Handybesitzer soll 100 € erhalten. Der Angeklagte akzeptierte.

Andreas Moser
Andreas Moser

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