Bei Gefahr in Pettneu

Unwetter-Opfer werden nun per „WhatsApp“ gewarnt!

Tirol
04.08.2018 07:30

Nach dem verheerenden Unwetter am Mittwoch wird in Pettneu am Arlberg weiter mit Hochdruck an der Beseitigung der Schlamm- und Geröllmassen geschuftet. Die Arbeiten bei den komplett überfüllten Geschiebebecken könnten sich bis in den Herbst hineinziehen. Und das wiederum bedeutet: Bei jedem Gewitter herrscht ab sofort Gefahr in Verzug! Gefährdete Anrainer werden nun täglich via WhatsApp-Nachrichten gewarnt. Rasche Evakuierungen seien unmöglich!

„Die großen Aufräumarbeiten sind weiterhin voll im Gange“, vermeldete Bürgermeister Manfred Matt am Freitag. Außerdem habe man schon erste Vorbereitungen für zusätzliche Deponien, auf denen das ganze Geröll abgelagert werden kann, getroffen. Im Ortsgebiet von Strengen sei man bereits fündig geworden. Aber das wird wohl nicht reichen!

Denn allein das Geschiebebecken beim Schnanner Bach ist mit einem Fassungsvermögen von 60.000 Kubikmetern komplett voll. Dasselbe Bild zeige sich dann auch noch beim Bach im Bereich Gridlon.

„Es wird intensiv daran gearbeitet, diese Becken so schnell wie möglich leer zu bekommen. Aber das ist eine sehr schwierige Angelegenheit. Wir schätzen, dass wir da pro Tag nur etwa 1500 Kubikmeter rausbekommen“, erklärt der Ortschef. Die Arbeiten würden sich daher in die Länge ziehen .

Evakuierung unmöglich
Ein Wettlauf mit der Zeit, der im Falle weiterer Unwetter wohl verloren geht. „In Schnann kam es am Mittwoch binnen zehn Minuten faustdick. So schnell kannst du gar nicht evakuieren“, betont Bürgermeister Matt.

Um für den Ernstfall gerüstet zu sein, installierte die Gemeinde eine WhatsApp-Gruppe, in der alle gefährdeten Anrainer Mitglied sind. „Wir bekommen nun täglich von der ZAMG einen Wetterbericht für unsere Region. Diesen senden wir dann an die Bewohner weiter. Bei Gefahr müssen diese dann selbst entscheiden, ob und wohin sie sich in Sicherheit begeben“, erklärt Matt.

Bahnstrecke wieder frei
Die Zeit war knapp, aber es hat gereicht. Am Freitagabend konnte die Arlbergbahn wieder freigegeben werden. „Der Zugverkehr funktioniert wieder planmäßig“, informiert ÖBB-Sprecher Christoph Gasser-Mair. Die Lücken im Schotterbetter der von der Mure getroffenen Gleise wurden gefüllt, eine neue Sicherheitsanlage installiert.

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