113 Menschen getötet

Staatstrauer nach Brand in russischem Nachtklub

Ausland
07.12.2009 12:18
Mit einem nationalen Trauertag hat Russland am Montag der 113 Todesopfer der Bandkatastrophe in einem Nachtklub gedacht. Landesweit wehten die Flaggen auf Halbmast, zahlreiche Fernsehsendungen wurden gestrichen, im ganzen Land fanden Trauergottesdienste statt. Vor den verkohlten Ruinen des in der Nacht zum Samstag ausgebrannten Lokals in Perm legten Angehörige und Anwohner Blumen nieder und zündeten Kerzen an (im Bild: Gräber für die Opfer).

Im Nachtklub "Lahmes Pferd" war bei einer Jubiläumsfeier in der Nacht auf Samstag ein verheerendes Feuer ausgebrochen, nachdem ein Feuerwerk die Dekoration in Brand gesetzt hatte. 113 Menschen wurden zu Tode getrampelt oder starben an Rauchvergiftungen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden 109 Menschen verletzt, 31 davon schwebten am Sonntag noch in Lebensgefahr. 

Vier Beschuldigten drohen Haftstrafen
Vier Menschen wurden wegen der Brandkatastrophe wegen Verstoßes gegen Brandschutzvorschriften angeklagt. Dabei handelt es sich um den Eigentümer des Clubs, den Manager, den Unterhaltungschef und den Direktor einer Feuerwerksfabrik, dessen Produkte das Lokal in Brand setzten. Ihnen drohen bei einem Schuldspruch zwischen drei und sieben Jahren Haft.

"Skandalöse Sicherheitsmängel"
Die russische Presse machte unterdessen auch die Behörden für das Unglück verantwortlich. Es stelle sich die Frage, warum die Einhaltung der Brandschutzvorschriften nicht bereits vor der Katastrophe kontrolliert worden sei, schrieb die Zeitung "Komsomolskaja Prawda" am Montag. Bisher habe kein Behördenvertreter eine Erklärung dazu abgegeben, warum der Nachtklub trotz zahlreicher "skandalöser Sicherheitsmängel" nicht geschlossen worden sei, kritisierte die "Wremja Nowostei". Die Tragödie von Perm sei nicht der erste derartige Zwischenfall mit Feuerwerksshows in einem russischen Nachtklub.

Der russische Präsident Dmitri Medwedew hat das Parlament nun dazu aufgerufen, die Gesetze bei Verstößen gegen Brandschutzbestimmungen zu verschärfen. Den Behörden zufolge hatten die Betreiber des Clubs mehrfach Aufforderungen ignoriert, die Vorschriften einzuhalten. Auslöser der Katastrophe in der Nacht zum Samstag war ein Feuerwerk, für das es keine behördliche Genehmigung gab.

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