Globale Erwärmung

Ruf nach offizieller Anerkennung von “Klimaflüchtlingen”

Ausland
07.12.2009 09:28
Während auf dem am Montag gestarteten UNO-Klimagipfel in Kopenhagen vor allem darüber diskutiert wird, wie ein globaler Temperaturanstieg verhindert werden könnte, kommt vermehrt auch die Forderung nach der offiziellen Anerkennung von "Klimaflüchtlingen" auf. In Europa ist bisher Dänemark das einzige Land, das Betroffenen des Klimawandels legal Asyl gewährt. In Österreich sprach sich erst vor Kurzem der Innsbrucker Diözesanbischof Manfred Scheuer für den völkerrechtlichen Schutz dieser Menschen aus.

Das sogenannte "Überlebenskriterium" in den dänischen Asylbestimmungen ermöglicht die Aufnahme von Flüchtlingen, die in ihrem Ursprungsland unter "extrem schwierigen Lebensbedingungen" leiden. Laut "Berlingske Tidende" leben derzeit einige Dutzend Flüchtlinge aus Ostafrika und Afghanistan in Dänemark, die ein humanitäres Aufenthaltsrecht aufgrund jener 1993 eingeführten Bestimmung besitzen. Prinzipiell haben auch Schweden und Finnland in ihren jeweiligen Asyl-Gesetzen eine Klausel, die die Aufnahme von Klimaflüchtlingen auf legaler Basis ermöglicht, jedoch nicht derart dezidiert wie in Dänemark. In Norwegen tritt eine entsprechende Regel ab kommendem Jahr in Kraft.

Innsbrucker Bischof fordert völkerrechtlichen Schutz
Erst vergangenen Donnerstag hatte in Österreich der Innsbrucker Diözesanbischof Manfred Scheuer verlangt, "rechtzeitig geeignete institutionelle Verankerungen für den Rechtsstatus von Umweltflüchtlingen zu erarbeiten". Dies könne die Vereinbarung eines Zusatzprotokolls zur Genfer Flüchtlingskonvention oder ein eigenständiges völkerrechtliches Instrument sein, das für die Umweltflüchtlinge einen besonderen Schutzstatus schaffe und vor allem die internationale Gemeinschaft auf finanzielle und technische Hilfe zum Schutz der Flüchtlinge verpflichte.

Über 200 Millionen Klimaflüchtlinge bis 2035
Die deutsche Umweltstiftung NatureLife erwartet bis zum Jahr 2035 mehr als 200 Millionen Flüchtlinge, die aufgrund der Klimaveränderung ihr Heimatland verlassen müssen. Laut der Organisation sollen vor allem jene Länder, die für den Klimawandel maßgeblich verantwortlich sind, auch Verantwortung für die vertriebenen Menschen übernehmen. Danach müssten alleine die USA 44 Millionen Flüchtlinge, China 38 Millionen und Deutschland sechs Millionen Menschen aufnehmen.

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