Eigentlich sollte eine 24-Stunden-Pflege den Senioren helfen, sich in den eigenen vier Wänden lange wohl zu fühlen. Durch den gemeinsamen Alltag wird auch ein Vertrauensverhältnis aufgebaut. Doch das nützte eine Rumänin (38) schamlos aus und stahl einer Familie aus Ottensheim deren Goldmünzen um 22.000 Euro.
Seit Jahren werden einem im Rollstuhl sitzenden Pensionisten (75) von einer Hilfsorganisation über eine private Agentur Pflegerinnen vermittelt. Woher sie kommen - siehe Interview. Doch da die Betreuerin der Familie ausfiel, musste Ersatz her. Der Chauffeur der Pflegerinnen empfahl die 38-Jährige als Ersatz. Doch die entpuppte sich als Diebin: Denn kurz vorm planmäßigen Turnusende am 19. März reiste sie plötzlich ab, ohne Bescheid zu sagen. Am 6. April entdeckte die Ehefrau (72), dass die Rumänin die Goldmünzensammlung gestohlen hatte. Zuvor hatte die Pflegerin ihr finanzielles Elend beklagt, doch da hatte das Paar noch keinen Verdacht geschöpft.
Wiederholungstäterin
Ermittlungen ergaben, dass die Geflüchtete zuvor einen ähnlichen Coup in Hallein verübt hatte, damals unter einem anderen Familiennamen. Der gleiche Vorname und das gleiche Geburtsdatum brachten die Polizisten auf die richtige Spur. Wie dreist die Rumänin ist, zeigte sie kurz nach der Flucht aus Ottensheim, denn da hatte sie im Bezirk Voitsberg (Stmk.) eine neuerliche Personenbetreuung übernommen. Als die dortigen Polizisten sie ins Gebet nehmen wollten und wegen eines nötigen Dolmetschers den Termin kurz verschieben mussten, verschwand sie erneut auf Nimmerwiedersehen. Jetzt versucht sie ihr Glück als Betreuerin in Slowenien und wurde zur Festnahme ausgeschrieben.
Pfleger kommen aus dem Ausland
Das Rote Kreuz OÖ kümmert sich um die Pflege und Betreuung älterer Mitmenschen, wie deren Vize-Landesgeschäftsleiter Thomas Märzinger berichtet.
„Krone“: Wie kommen die Klienten zu einer Betreuung?
Thomas Märzinger: Wir bieten auch eine 24-Stunden-Pflege an und haben uns dafür eine Agentur gesucht, mit der wir nur gute Erfahrungen gemacht haben und die seriös ist.
„Krone“: Von dieser werden dann die Pflegekräfte vermittelt.
Märzinger: Wir schauen uns die Klienten vor Ort an und geben dann die Infos an die Agentur weiter. Danach werden dann die Kräfte genau ausgesucht.
„Krone“: Wird auch überprüft?
Märzinger: Ja, wir vom Roten Kreuz machen immer wieder Visiten bei den Betreuten, derzeit sind es an die 160, und reden mit ihnen, ob sie zufrieden sind und schauen genau, wie ihr persönliches Befinden ist.
„Krone“: Wie man jetzt aktuell sieht, ist man vor schwarzen Schafen nicht gefeit.
Märzinger: Natürlich kann man nie ganz sicher sein, wir haben aber nur positive Rückmeldungen bislang.
„Krone“: Pflegerinnen kommen großteils aus dem Ausland.
Märzinger: Nicht großteils, alle kommen aus dem Ausland, vor allem von der Slowakei ostwärts. Ich kenne da keine einzige heimische Kraft.
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