Mo, 22. Oktober 2018

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29.06.2018 15:17

Porsche knackt 35 Jahre alten Nordschleifenrekord

Regelmäßig wird über neue Nordschleifen-Rekorde berichtet, doch immer geht es dabei um Rekorde mit Einschränkungen: Serienfahrzeuge, SUVs, Limousinen etc. Was einige wissen: Der absolute Streckenrekord blieb seit 35 Jahren unangetastet. Bis heute.

Genau fünf Minuten und 19,55 Sekunden zeigte die Stoppuhr, als der zweimalige Le-Mans-Sieger und amtierende Langstreckenweltmeister Timo Bernhard im Porsche 919 Hybrid Evo die Messlinie überfährt. Damit hat er auf der 20,8 Kilometer langen Nordschleife des Nürburgrings den noch immer aktuellen Rekord nicht nur unterboten, sondern geradezu pulverisiert. Am 28. Mai 1983 hatte Stefan Bellof am Steuer eines Porsche 956 C fast eine Minute mehr gebraucht. Der 1985 tödlich verunglückte Rennfahrer hatte während des 1000-Kilometer-Rennens eine Zeit von 6:11,13 Minuten erzielt.

Der Porsche 919 Hybrid Evo ist eine Weiterentwicklung jenes Le-Mans-Prototyps, mit dem Porsche in den Jahren 2015, 2016 und 2017 sowohl das 24-Stunden-Rennen von Le Mans als auch drei Mal hintereinander die FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft gewann - jeweils den Hersteller- und den Fahrertitel.

Nicht der erste Rekord für den Evo
Schon im Frühjahr knackte Porsche den Rundenrekord auf der Ardennen-Achterbahn im belgischen Spa-Franchorchamps und war dort sogar schneller als Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton beim Grand Prix von Belgien 2017. Verglichen mit dem Le-Mans-Fahrzeug, bei dem Porsche den 919 Hybrid noch in ein enges Reglements-Korsett pressen musste, verfügt der 919 Evo über rund 50 Prozent mehr Anpressdruck, der über größere Spoiler, Splitter und computergesteuerte Luftleitelemente sowie einen geschlossenen Unterboden generiert wird. Antriebsseitig verbindet der 919 Evo einen Vierzylinder-Turbo und ein Hybridsystem. Beide sind von den Regeln der Sportwagen-WM befreit und schaffen so eine kombinierte Leistungsausbeute von mehr als 1100 PS. Zum Vergleich: Der 956C von Stefan Bellof leistete „nur“ 620 PS.

Der Rekord im Kontext
Um die beiden Rekordwerte von Bellof und Bernhard zu vergleichen, muss man sie aber auch in den historischen Kontext setzen. Bellof fuhr seine Rundenzeit mit einem Schnitt von rund 202 km/h während des Trainings zu einem offiziellen Rennen vor 35 Jahren, bei dem noch etwa 30 weitere Fahrzeuge auf der Strecke waren. Bernhard hatte die Nordschleife - die sich seit 1983 deutlich weiterentwickelt hat und dadurch ohnehin schon schneller wurde - ganz für sich alleine und konnte sich komplett auf die Ideallinie konzentrieren. Vom Fortschritt der Technik insbesondere bei Fahrhilfen, Reifen und Aerodynamik ganz zu schweigen.

Nichtsdestotrotz: Eine Durchschnittsgeschwindigkeit von über 235 km/h auf einer fast 21 Kilometer langen Rennstrecke, die über 73 Kurven und einen Höhenunterschied von 290 Meter verläuft, ist eine beeindruckende fahrerische Leistung. Genau wie der historische Rekord Bellofs, der durch die neue Bestmarke wohl nicht an Glanz verlieren wird.

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