Riesiges Loch

Kampf um die Hypo: Jetzt muss sogar Ex-Boss "blechen"

Kärnten
26.11.2009 09:12
Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld? Das Milliardenloch bei der Hypo Alpe Adria (HGAA) sorgt weiter für Aufregung. Die bayerische Staatsregierung will kein weiteres Geld in die angeschlagene Bank stecken - auch die österreichische Seite sagt vorerst Nein. Was neu ist: Die Bayern LB bittet nun sogar Ex-Boss Tilo Berlin zur Kasse. Er muss seinen Bonus für 2008 zurückzahlen.

Der Kampf um die Zukunft der Hypo wird härter. Jetzt muss auch Ex-Boss Tilo Berlin zahlen. In Kärnten waren schon mehr Stimmen laut geworden, die fordern, dass Minus-Manager ihre "Erfolgsprämien" refundieren sollten. Im Vorjahr hatte es bei der Hypo in Kärnten für die Bosse noch fette Bonuszahlungen gegeben – jetzt ist klar, dass da die Lage schon schlecht war. Daher ist auch in der Bilanz festgehalten, dass etwa Tilo Berlin Geld zurückgeben muss.

Insgesamt ist von fast 800.00 Euro Vergütungen die Rede. Die Bayern LB selbst nimmt zu ihren Forderungen keine Stellungen – die Diskussion in Kärnten über etwaige Boni-Rückforderungen auch aus früheren Zeiten sei aber "interessant". Generell wird die Tonart im Kampf um die Hypo schärfer.

Bayern winken ab
Die Hypo braucht dringend eine weitere Kapitalspritze, sogar von bis zu zwei Milliarden Euro ist in manchen Finanzkreisen die Rede. Bayern winkte am Mittwoch gleich ab. Man habe bereits den Kaufpreis von 1,7 Milliarden Euro sowie zwei Kapitalerhöhungen von 450 und 700 Millionen finanziert, sagte Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon. "Wir haben unser Möglichstes getan, mehr kann Bayern nicht leisten."

Auch Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer, der in "großer Sorge" ist, sieht nun "Österreich und das Land Kärnten in der Pflicht." Denn Bayern sei nicht bereit, "den Landeshaushalt wegen der BayernLB und ihren Töchtern weiter zu belasten", so Seehofer gegenüber dem "Handelsblatt".

Ähnlich reagierte zunächst Österreichs Finanzministerium. Man wolle der maroden Hypo kein Geld mehr zuschießen, verlange von den Bankaktionären zunächst, ihre "Hausaufgaben" zu machen und ein "Zukunftskonzept" zu erstellen. Erst dann könne man weiterreden.

Kärntner Politiker geben sich gelassen
Im Land Kärnten (12,4 Prozent Anteil) hält man sich nach außen hin trotz aller Vorkommnisse bedeckt. Am Dienstag schloss Landeshauptmann Gerhard Dörfler (BZÖ) selbst einen "symbolischen" Beitrag des Landes für die Hypo-Kapitalausstattung aus. Der Bund solle die Hypo Group Alpe Adria wie andere Banken behandeln und nicht zum Buhmann machen.

von Kerstin Wassermann und Waltraud Dengel ("Kärntner Krone") und kaerntnerkrone.at

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