Gleiche Geschmäcker

Burgenländer und Ungarn schätzen Nachbars Kulinarik

Burgenland
24.11.2009 15:21
Wenn’s ums Essen geht, dann können Burgenländer und Ungarn ihre gemeinsame Vergangenheit und ihre Nachbarschaft kaum verbergen. Das beweist nun eine neue Studie, die die Kaufströme zwischen dem Burgenland und den westungarischen Komitaten untersuchen ließ. Dabei stellte sich heraus, dass man in beiden Ländern aneinander das kulinarische Angebot am meisten schätzt. Beim Besuch im Nachbarland ist die Gastronomie die am stärksten nachgefragte Dienstleistung.

Auf Platz zwei steht für die Burgenländer ein Friseurbesuch, während Ungarn im Burgenland ins Reisebüro gehen, erläuterte Georg Gumpinger von der CIMA Beratung und Management GmbH bei der Präsentation der Umfrage in Eisenstadt. Auf dem dritten Platz der Beliebtheitsskala folgt in beiden Ländern der Aufenthalt in einer Therme. Durchschnittlich gaben 14 Prozent der befragten Burgenländer an, in Ungarn einzukaufen oder Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen, so Wirtschaftskammerpräsident Peter Nemeth. Demgegenüber haben 40 Prozent der Ungarn angegeben, dass sie Einkaufen im Burgenland attraktiv fänden.

Ungarn schätzen Qualität im Burgenland
Auf die Frage, warum das Angebot im Burgenland genutzt wird, nannten 56 Prozent der befragten Ungarn die bessere Qualität, so Gumpinger. Rechne man die Warenvielfalt als Argument hinzu, komme man bereits auf zwei Drittel der Einkäufer. Im Vordergrund eines Einkaufs in Ungarn stehe dagegen für Burgenländer zu zwei Dritteln der Preis. Dahinter folgt als Kriterium das Angebot von spezifischen Waren wie beispielsweise Salami. Für sechs Prozent waren auch die Öffnungszeiten ausschlaggebend.

Unterschiede bei der Servicequalität
Ungarische Betriebe könnten bei den Burgenländern auch mit dem Service und der Freundlichkeit punkten. "Das ist ein Punkt, der von den Ungarn kritisiert wird: Dass nämlich noch zu wenig auf die Bedürfnisse dieses wichtigen Kundenkreises eingegangen wird", meinte Gumpinger. Nach dem Prinzip "Wertschätzung schafft Wertschöpfung" gelte es, sich in dieser Hinsicht zu verbessern. Auf die Einschätzung durch die Nachbarn in Sachen Freundlichkeit sowie beim Preis-/Leistungsverhältnis werde man reagieren, so Nemeth. Dazu werde man entsprechende Konzepte ausarbeiten.

Kommendes Frühjahr sollen die Gesamtergebnisse der Studie präsentiert werden. Dann werde beispielsweise auch feststehen, wie viel Geld ins Burgenland zu- bzw. daraus abfließe und wie die Kaufkraftströme zwischen einzelnen Orten und Ländern verlaufen, so Gumpinger.

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