Nachdem Pannen den Erststart des spektakulären Projektes im Sommer 2008 zum Fiasko hatten werden lassen, lief nun alles nach Plan. Tatsächlich floss der erste Protonenstrahl neun Stunden früher als erwartet: "Wir mussten einige Wissenschafter zurückrufen, sie waren schon nach Hause gegangen", sagte Gillies. Wenige Stunden später wurde ein zweiter Protonenstrahl in entgegengesetzter Richtung auf den Weg gebracht, der entscheidende Schritt für die Protonenkollision.
Gillies feierte die Wiederinbetriebnahme als wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu den ersten Experimenten, die im kommenden Jahr durchgeführt werden sollen. Die Forscher erhoffen sich von der Anlage Antworten auf grundlegende Fragen nach der Entstehung und dem Aufbau des Universums. Die Strahlen am Freitag seien mit relativ geringer Energie ins Rennen geschickt worden, teilte Gillies mit. Eine baldige Beschleunigung sei jedoch geplant.
20 Jahre Bauzeit, 3,9 Milliarden Euro Kosten
Mit dem Teilchenbeschleuniger an der französisch-schweizerischen Grenze sollen wissenschaftliche Rätsel über die Entstehung des Universums und die Struktur der Materie gelöst werden.
Der LHC war am 10. September 2008 nach fast 20-jähriger Bauzeit und 3,9 Milliarden Euro Baukosten unter großer weltweiter Beachtung in Betrieb genommen worden. Die erste Panne ereignete sich bereits weniger als 48 Stunden nach Inbetriebnahme. Nach nur neun Tagen musste die Anlage wieder abgestellt werden, weil aus dem Kühlsystem Helium entwich. Auch an den Beschleunigungsmagneten entstanden Schäden. Inzwischen wurden Sicherungsvorrichtungen eingebaut, die einen reibungslosen Betrieb gewährleisten sollen.
Um seine volle Leistungskraft zu erreichen, muss der LHC mehrere Jahre laufen. Dabei werden hochenergetische Teilchen in einer 27 Kilometer langen Ringröhre bis nahe an die Lichtgeschwindigkeit beschleunigt, um sie dann aufeinander prallen zu lassen.
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