07.06.2018 06:30 |

Radar um 650.000 Euro

Aktion scharf in den Grazer 30er-Zonen

Die Stadt Graz verschärft die Überwachung in den 30er-Zonen und nimmt dafür ordentlich Geld in die Hand. 650.000 Euro (!) fließen in neue Mess-Systeme, dazu kommen jährliche Betriebs- und Personalkosten von 114.000 Euro. Die neuen Anlagen sollen die Messgenauigkeit erhöhen. Stadt und Polizei kooperieren bei der Tempokontrolle.

Sechs neue Standorte für die stationäre Geschwindigkeitsüberwachung (drei davon sind immer scharf), dazu ein mobiles Mess-System - etwa 650.000 Euro gibt die Stadt für die 30er-Kontrolle aus. Im Gemeinderat kommende Woche wird die Summe freigegeben, dann startet die Ausschreibung. Ab Herbst sind die Geräte in Graz im Einsatz.

Die neuen Anlagen messen genauer
Herkömmliche Radaranlagen funktionieren nach dem Doppler-Prinzip. Die Stadt Graz schafft ein neues System an, das ähnlich wie jenes von Radarpistolen funktioniert, die Geschwindigkeit optisch erfasst. „Dieses System misst viel genauer“, so Thomas Fischer, der Chef des Straßenamtes.

Fünf km/h bei Geschwindigkeiten bis 130 km/h betrage, laut Fischer, die Messunschärfe bei älteren Radargeräten. Bei mehr als 130 km/h steige die Toleranz auf 6,5 km/h.

Straßenzüge noch nicht endgültig fixiert
In welchen Tempo-30-Zonen in Graz künftig die fixen Mess-Systeme stehen werden, ist noch nicht ganz klar. Tests im Vorfeld haben gezeigt, dass zum Beispiel in der Schubertstraße, am Sternäckerweg oder in der Rudersdorfer Straße Handlungsbedarf besteht, weil dort viele zu schnell fahren.

Fischer: „Wir müssen aber erst noch prüfen, wo die neuen Geräte am sinnvollsten einzusetzen sind. Es sind ja auch bauliche Maßnahmen notwendig.“

„Eine einzigartige Erfolgsgeschichte“
Für die Grazer KP-Verkehrsstadträtin Elke Kahr ist Tempo 30 in Graz „eine einzigartige Erfolgsgeschichte. Wir müssen das Modell Tempo 30 aber pflegen, es immer wieder bewusst machen und auch die Einhaltung kontrollieren. Mit den neuen Geräten erreichen wir eine kontinuierliche Tempokontrolle in neuralgischen Straßenzügen auch in der Nacht. Wir kommen damit einem vielfachen Wunsch der Bevölkerung nach.“

Gerald Richter
Gerald Richter
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