Di, 14. August 2018

AK fordert Strafe

06.06.2018 05:45

38 Millionen Stunden arbeiten Landsleute gratis

„Jede fünfte Überstunde leisteten die Arbeitnehmer im Vorjahr gratis“, wettert AK-Präsident Johann Kalliauer. So sollen allein in Oberösterreich 38 Millionen Überstunden weder durch Geld noch durch Zeitausgleich entschädigt worden sein. Jeder der 109.700 Betroffenen hat dadurch im Schnitt 9800 Euro verloren.

„Die Gründe, warum Arbeitnehmer auf den Überstunden sitzenbleiben, sind vielfältig“, sagt AK-Direktor Josef Moser. So würden die Mitarbeiter so lange vertröstet, bis die Ansprüche rechtlich verfallen, andere verzichten aus Angst um den Arbeitsplatz darauf, die Entschädigung für die Mehrleistungen einzufordern. „Es gibt auch Unternehmen, die Arbeitszeitaufzeichnungen systematisch fälschen oder Vor- und Nachbereitungszeiten nicht anerkennen“, schimpft Johann Kalliauer, der als Abschreckung fordert, dass „gestohlene“ Überstunden mit einem 100-Prozent-Aufschlag bestraft werden sollen.

Um überprüfen zu können, ob alle Überstunden ausbezahlt worden sind, sollen Arbeitnehmer unaufgefordert mit der Lohnabrechnung eine Zeitaufzeichnung bekommen. Dazu sollen dann die Unternehmen verpflichtet werden, zu beweisen, dass Forderungen des Arbeitnehmers ungerechtfertigt sind. „Das würde die Beweislast umkehren“, erklärt Direktor Moser.

188 Überstunden in nur drei Monaten
Die Arbeiterkammer hat auch Beispiele für Überstunden-Diebe parat: So leistete ein Arbeiter in Gmunden in drei Monaten 188 Überstunden, die er nicht bekam, und dann ging auch noch die Firma in Konkurs. Erst nach eineinhalb Jahren gab’s Geld. In Eferding saßen vier Bauarbeiter am Ende der Saison auf einem Überstundenberg, den sie nicht durch Zeitausgleich abbauen konnten. Dank ihrer genauen Zeit-Aufzeichnungen gab’s dann 8450 Euro Nachzahlung.

Markus Schütz/Kronen Zeitung

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