Zweieinhalb Jahre Haft

Opferstock-Marder erbeutete 78.000 Euro in Kirchen

Oberösterreich
04.06.2018 17:49
Porträt von krone.at
Von krone.at

78.000 Euro Beute machten ein Pole (52) und seine Komplizen in und um Linz, wo sie ein halbes Jahr lang mit Schnüren und Draht mit Klebstoff in Kirchen die Opferstöcke ausräumten. Dabei machten sie zwischen 78.000 euro und 100.000 euro Beute. Das Urteil: zweieinhalb Jahre Haft.

Von Mai bis November des Vorjahres war die Bande im Zentralraum aktiv gewesen, hatte mit dem selbstgebauten Werkzeug Münzen und Geldscheine aus den Opferstöcken gefischt, ohne die „Kassen“ zu beschädigen. Dann wurde der Kopf der Bande im heurigen März gefasst. Unglaubliche, nachgewiesene Beute: 78.000 Euro!

Vergesslicher Belastungszeuge
 Den Herrn, der da hinten sitzt, den kenne ich überhaupt nicht." Die plötzliche Gedächtnislücke des Belastungszeugen nützte dem Polen, der in Linz als Chef einer Bande von Opferstockdieben angeklagt war, auch nichts. Er wurde trotzdem rechtskräftig verurteilt. Der Zeuge, der verängstigt wirkte, hat übrigens bereits im März drei Jahre Haft ausgefasst.

Lehrlinge ausgebildet
Boss der Gruppierung soll jedoch der aktuelle Angeklagte gewesen sein. Er soll Mittätern beigebracht haben, wie man aus Opferstöcken mit Draht, Pinzette und Klebeband Geld fischt. Wenn die „Lehrlinge“ die Technik beherrschten, schickte er sie los und kassierte 70 Prozent der Beute.  Aufgeflogen ist der Trick durch eine Videoüberwachung in der Pfarre Perg.

Markus Schütz, Claudia Tröster/Kronen Zeitung

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