Die Proteste der Studenten nehmen kein Ende. Am Dienstag sind auf der Uni in Klagenfurt weitere Aktionen geplant. Doch stößt man damit nicht überall auf Verständnis. Im "Krone"-Interview mit Christian Rosenzopf erklärt der ÖH-Vorsitzende Stefan Sagl (Bild oben), was die Studenten mit ihren Protesten wirklich erreichen wollen.
"Krone":
Ist Ihnen eigentlich bewusst, dass ein Großteil der Bevölkerung die Aktionen skeptisch betrachtet?
Sagl:
Ich kenne die Vorwürfe. Sogar Berufsprotestierer werden wir genannt. Tatsache ist: Die Bildung in Österreich wurde kaputt gespart. Viele Studenten können sich ihr Studium nicht mehr leisten.
"Krone":
Mit der Abschaffung der Studiengebühren wurde doch vielen geholfen?
Sagl:
Die Studiengebühren sind ein Tropfen auf dem heißen Stein. Ein Großteil der Studierenden muss ja trotzdem nebenbei arbeiten. Viele müssen die Uni vorzeitig verlassen, weil ihnen das Geld ausgeht. Daher verlangen wir, dass die Stipendien ausgebaut werden.
"Krone":
Freie Bildung für alle – das klingt doch utopisch.
Sagl:
In Bildung wird viel zu wenig investiert. Vorgabe der EU sind zumindest zwei Prozent des BIP. Da hinkt Österreich mit 1,2 Prozent weit hinterher.
"Krone":
Was könnte man konkret in Kärnten verändern?
Sagl:
Die Landespolitik müsste sich stärker dafür einsetzen, junge Menschen hier zu halten. Viele wandern ab, weil sie im eigenen Land keine Zukunft sehen.
"Krone":
Wie lange gehen die Proteste weiter?
Sagl:
So lange, bis sich etwas verändert und die Bedingungen verbessert werden. Wir haben ein sehr positives Feedback von allen Seiten - auch von der Unileitung und den Professoren.
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