Sa, 18. August 2018

E-Privacy-Gesetz

23.05.2018 18:00

Heimische Wirtschaft kritisiert neuen Datenschutz

Inmitten des Wirbels um die am Freitag in Kraft tretende Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) geht ein zweites Datenschutzgesetz, das in Brüssel verhandelt wird, fast unter: die E-Privacy-Verordnung. Das tut es allerdings zu Unrecht, kritisieren Wirtschaftstreibende. Werde das E-Privacy-Gesetz umgesetzt wie geplant, schütze es vor allem die großen US-amerikanischen IT-Riesen.

Es ist ein zähes Ringen, das in Brüssel anlässlich der geplanten E-Privacy-Verordnung stattfindet. Auf der einen Seite Politiker, die es beim Datenschutz allzu gut mit den Bürgern meinen, auf der anderen Seite große IT-Konzerne und ihre Lobbyisten, die um jeden Preis ihren Zugang zu den Daten der Europäer behalten wollen. Mittendrin: kleinere und mittlere Betriebe aus Europa, die fürchten, zerrieben zu werden.

Deutsche Verleger sehen „Anti-Europa-Gesetz“
Vor allem in der Kommunikations- und Werbebranche sieht man das geplante Gesetz skeptisch. In Deutschland hat gegenüber dem „Handelsblatt“ erst kürzlich Mathias Döpfner, Chef des Axel-Springer-Verlags und des BDZV-Branchenverbandes im Zusammenhang mit der E-Privacy-Verordnung von einem „Anti-Europa-Gesetz“ gesprochen, das den hiesigen Wettbewerb dramatisch schwäche.

Heimische Wirtschaft mobilisiert gegen E-Privacy
In der heimischen Medien- und Digitalwirtschaft sieht man das sehr ähnlich. Im Vorfeld der EU-Ratspräsidentschaft formiert man sich deshalb zur „Alliance for Digital Advancement“. In der Organisation organisieren sich unter anderem der Verband Österreichischer Privatsender (VÖP), die Wirtschaftskammer (WKO) sowie die Werbe- und Marketingverbände DMVÖ, IGMA, MMA und iab austria.

Allianz will Regierung Know-how anbieten
Ziel der Allianz sei, die Bundesregierung im Umgang mit der neuen Datenschutzrichtlinie zu unterstützen und ihr Know-how aus der Digitalwirtschaft anzubieten. In ihrer derzeitigen Form bedeute die Verordnung nämlich Risiken für den heimischen Standort und Vorteile für die US-IT-Giganten. Das Tauziehen um den Datenschutz könnte sich während der österreichischen Ratspräsidentschaft also auch auf die lokale Ebene ausdehnen.

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.